Berichte - Marathons, Ultras und Laufalltag

Dienstag, 16. April 2013

Ich bin sehr traurig

Warum macht jemand so etwas? Warum zündet jemand Bomben an der Zielgerade beim Boston-Marathon? Wir LäuferInnen laufen doch in aller Welt, weil wir so Menschen treffen können aus allen Ländern und Städte und Landschaften "erlaufen" können. Und gerade Boston ist für viele von uns einer der Traumläufe, ich wollte da auch immer schon einmal hin.
Und jetzt - Tote, Schwerverletzte, Traumatisierte, es ist so schrecklich.
Mir tun die Menschen so leid, denen das angetan wurde.

Montag, 25. März 2013

Ultramarathon Eschollbrücken, 24. März 2013



 Uff, das war hart - nach dem letztjährigen Hitzelauf gab es diesmal eine "Winter-Edition" mit scharfem kalten Wind, der mir vor allem in den letzten der insgesamt 10 Runden a 5 Kilometer zugesetzt hat. Aber Eschollbrücken ist kultig, klein und fein, sehr liebevoll organisiert und ausserdem gibts Aldi-Duschgel und Nussknacker-Schokolade für alle bei der Startnummernausgabe.
Aber die die Kälte war heftig , also irgendwie ist das anstrengender als ein Hitzelauf, komisch. Aber es war mal wieder schön in Eschollbrücken, vor allem weil nur hier ein Steptänzer jedem/jeder LäuferIn seine Aufwartung macht - und WiederholungstäterInnen so wie mich schon von der ersten Runde an mit Namen begrüßt.
Hier wird gesteppt - und angefeuert. Und das diesmal bei Temperaturen um den Gefrierpunkt! Einmalig!
Ich bin wieder schön langsam losgelaufen und war diesmal gar nicht mal die Letzte, konnte sogar noch ein paar Läufer überholen und habe mitbekommen, dass doch einige nach 7 oder 8 Runden die Segel gestrichen haben.
Insbesondere aufm Damm hat es bös geblasen, da war ich froh, im noch unbelaubten Wald zu sein, aus dem zu Beginn des Laufes zwei Rehe heraussprangen!
Kalt und windig war es auf dem Damm, aber bald waren wir wieder im Wald
Zum Ende des Laufes habe ich dann den zweiten Teil der Strecke, der ein bisschen trailig ist, richtig gut ausgekostet und mich ein bisschen hingelegt - aber das war nix im Vergleich zu meinem tollen Sturz im letzten September in Oslo. Zumal hier der Boden ja fast durchgängig Wald-und Wiesenboden ist.
Ein bisschen trailig wird es auch

 Und die Runde ist einfach fantastisch geschnitten: nach dem Start gehts hoch auf den Damm mit weitem Blick und fiesem Wind, dann gehts rein in den Wald, ein längeres Stück bis Km 2 beim Stepper vorbei und dann wieder in den Wald, vorbei an einer Hütte und schon bald ist km 3 erreicht, wo es Wasser gibt. Dann aufs Spargelfeld, an Häusern und einem Spielplatz vorbei, eine trailige Spitzkehre und km 4 ist erreicht. Dann gehts weiter vorbei am Friedhof und blühenden Seitenstreifen (ja, auch dieses Jahr hat es schon etwas geblüht!) und dann ist der Sportplatz erreicht, den wir durch Flatterbänder abgegrenzt auf eckigen Wegen um- und überlaufen und Km 5 naht mitsamt der Verpflegungsstelle. Toll.




Montag, 11. März 2013

Bienwald Marathon, 10. März 2013

Hier bin ich jetzt auch schon einige Male gelaufen - dieses Mal dürfte es das siebte Mal sein, dass ich beim Bienwald Marathon dabei bin. Eigentlich ist das ja gar kein Lauf für mich, schon das Motto macht ja deutlich, dass hier eher die Leistungsorientierten unterwegs sind. Auf "schnellen Strecken" sind folglich auch nicht viele, die so wie ich nicht sehr viel weniger als 5h brauchen. Aber dennoch komme ich immer wieder gern hierher, die Organisation ist toll, die Anreise nicht sehr weit, die Strecke ist übersichtlich (immer geradeaus, kilometerlang...), gut laufbarer Asphalt und dennoch die ganze Zeit im Wald.
Und es gibt jedes Jahr ein Funktionsshirt, diesmal zum ersten Mal zweifarbig, schwarz mit gelb abgesetzten Ärmeln, sehr schick.
Ausserdem treffe ich dort immer wieder nette Bekannte und so gibt es schon vor dem Lauf und am Start nette Gespräche.
Nach der nicht so tollen Erfahrung in Merkers vor zwei Wochen, als ich nach einigen Stunden kreislaufmässig ganz schön abgebaut habe, lasse ich diesmal den Blutdrucksenker vor dem Start weg. Und laufe ausserdem sehr vorsichtig und langsam an, immer nach dem Motto, dass ich mich über die gesamte Strecke wohlfühlen will. Und das gelingt auch, ich kann zwei annähernd gleich schnelle Halbmarathons laufen. 

Schön ist auch, dass durch die mehrfachen Pendelstücke immer Beobachtungen der schnelleren LäuferInnen möglich sind - und auch dort treffe ich Bekannte. Und die fotografieren einen dann auch gleich mal, so wie Conny, die richtig flott unterwegs ist.
Da habe ich noch einige Kilometer vor mir - ist aber schön, das Wetter stimmt!
 Um uns ein bisschen aufzumuntern, gibt es immer Guggemussigg, das ist schön laut und schräg.
Mit viel Gebläse und Schlagwerk gehts auf die nächsten 25 Kilometer
Und dann begegnet mir auch noch Michael vom 100 Marathon Club, der immer die Clubzeitschrift gestaltet und versendet - und auch er macht ein Foto von mir, das dokumentiert, wie gut es mir ging.

Viele LäuferInnen sind nicht mehr hinter mir - aber das ist egal - Hauptsache, ich fühle mich wohl!
 Es war mal wieder schön im Bienwald und es war ein echter Vorfrühlingstag - und heute ist es wieder richtig kalt geworden. Aber der Frühling wird kommen!




Montag, 18. Februar 2013

Kristallmarathon Merkers, 16. Februar 2013

Einmal einen Untertage-Marathon - das muss schon sein, wenn man/frau Marathons sammelt, finde ich. Und da ich di, dieses Jahr urlaubsbedingt nicht in Kiel dabei sein kann und der Kristallmarathon in Merkers terminlich günstig liegt, lag es nahe, doch dieses Jahr einmal dieses Erlebnis in Angriff zu nehmen.
Veranstaltet wird dieser Marathon nun schon zum 7. Mal vom rührigen Triathlonverein Barchfeld und die OrganisatorInnen wissen sehr genau, wie ein solches Event zu organisieren ist - das war richtig gut.
Etwa 200 km Anreise hatte ich, Merkers liegt kurz hinter der hessisch-thüringischen Grenze nicht weit von Bad Hersfeld. Kaum angekommen, hatte ich schon Startnummer und Transponder in der Hand und dann ging es Untertage - 500 Meter in einer guten Minute! Seit etwa einem Jahrhundert wird hier Kalisalz abgebaut, aber schon die Kelten haben einige Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung hier Kali gewonnen. Und geschichtsträchtig ist das Bergwerk auch, weil die Nazis hier das Gold der Reichsbank und Kunstwerke versteckt haben, was die Amerikaner 1945 entdeckten.
Es war unten spürbar wärmer, 21 Grad und sehr trockene Luft. Das war allein schon mal ein Erlebnis! Wir stiegen aus dem Aufzug aus und wurden mit Pritschen-LKWs bis zur großen Grotte gebracht, wo Start und Ziel waren.
Ausstieg aus dem Aufzug 500 Meter Untertage
Die Zeit bis zum Start war kurzweilig, es gab viel zu entdecken, allein die Atmosphäre war toll. Das Bergwerk, in dem Kalisalz abgebaut wird, hat 4800 Kilometer Stollen, da kann man sich schon verlaufen..
Mit diesen LKWs wurden wir durch die Stollen gefahren.
Der Start war dann um 11 Uhr und es war richtig aufregend, mit Fahrradhelm und Lampe loszulaufen.

Und die Strecke - 13mal eine Runde von je 3,25 Kilometer - war richtig hart. Nix von wegen flach, insgesamt kamen wir auf 750 Höhenmeter! Und ich Doofe bin viel zu schnell losgelaufen,  es war ja so schön warm...
So sah es auf der Strecke aus...

...mal weniger beleuchtet, mal mehr - die Stirnlampe war schon nötig!
Aber was soll's, dann bin ich eben alle Anstiege gegangen, aber es war schon komisch, wie sehr mir die Bremse in die Beine gehauen hat. Zu allem Überfluss habe ich dann so ca. 10 km vor dem Ziel das Gefühl gehabt, dass der Kreislauf schwächelt, leichter Druck auf den Ohren - das heißt: noch mehr Tempo raus, Cola trinken bringt den Kreislauf wieder in Schwung. Ich habe ja so den leisen Verdacht, dass die Blutdrucktabletten, die ich seit kurzem nehmen soll, ihren Anteil daran haben,... Naja, egal, dann eben superlahm weiter und Zahlenspiele gemacht: es würde mein 151. (Ultra)marathon werden, also laufe ich auf 5:15! Und was kam heraus? Eine 5:15:51, das ist doch wirklich lustig, oder?
Und im Anschluss an den Lauf hatten wir die Möglichkeit, noch weiter nach unten zu fahren, 8 Kilometer bis auf 800 Meter Tiefe und dort bei 28 Grad die Kristallgrotte zu bewundern, die 1980 zufällig - noch zu DDR-Zeiten - von Bergleuten entdeckt wurde. Seit 1990 ist die Kristallgrotte für BesucherInnen begehbar - und wird es aber nur noch einige Jahre sein, weil sie sich jährlich um einige Zentimeter absenkt. Umso schöner, dass ich diese Grotte anschauen durfte, das war wunderbar!
So tief unter der Erde war ich noch nie!

Und die Kristallgrotte ist ein wahres Naturwunder, unglaublich berührend und schön - und Millionen Jahre alt!




Sonntag, 27. Januar 2013

50 km Ultramarathon Rodgau, 26. Januar 2013

Mal wieder in Rodgau, schon zum 8. Mal in Folge (wobei ich beim ersten Mal 2006 aus Respekt vor den vielen Kilometern nach 45 km aufgehört habe). Und diesmal galt es, neue Lauftechniken zu erproben, weil wir nämlich im Mehl gelaufen sind. Schneemehl. Und das in jeder Runde ungefähr 3 km lang. Das hat Kraft gekostet und ich war mir nicht sicher, ob ich das packen würde. Dazu war es noch kalt, deutlich unter 0 Grad, aber anders als in den Vorjahren kaum Wind und auch kein Niederschlag. Die Streckenversorgung und -betreuung war wieder spitzenmässig, da sind die Rodgauer einfach unglaublich gut. Und es ging eigentlich insgesamt trotz kraftraubender Passagen gut - vor allem dank Kerstin, die ich letztes Jahr in Berlin beim 24er kennengelernt habe und die wie ein Uhrwerk lief. Hinterher meinte sie aber auch, dass ich sie unterstützt hätte - na, das hat mich auch gefreut.
Kerstin und ich im Gleichschritt
 Und es gab tatsächlich auch den schneefreien Streckenabschnitt, ohne Schnee, da habe ich in jeder Runde gedacht "Ahh, Asphalt, jetzt kommt wieder die Wellnesspassage..." . Und da sieht man mir doch wirklich die Entspannung an, oder nicht?
Das ist ein Foto von der LT Hemsbach-Seite (ich glaube, Andy hat's gemacht) mit der "Würdigung" meines 150er Jubiläums

Mir ging es die ganze Zeit gut, ich fand es sehr interessant, dass Streckenpassagen, die ich aus den Vorjahren gut kannte, auf einmal so ganz anders waren. So war der Streckenabschnitt nach Km 4, der sonst immer ein bisschen erholsam war, weil es hier schön mit leichtem Gefälle in den Wald Richtung Start/Ziel ging dieses Jahr durch den tiefen Schnee sehr anstrengend. Andere Streckenabschnitte hingegen, die in den Vorjahren durch den Wind sehr hart waren zwischen Km 1 und 2 waren dieses Jahr die reine Erholung, weil hier auf Asphalt kein Schnee lag un das war Balsam für die Beine. Asphalt als Balsam für die Beine - klingt verrückt, war aber so! Aber so sind eben Winterultras!
Laufen im Mehl, auch mal was Neues!

Und wir haben es unter 6h geschafft, was sonst eigentlich bei der Strecke für mich gut zu schaffen ist, aber diesmal war es geradezu eine Spitzenleistung für mich. Und ich bin stolz wie Bolle (oder Bolline?): der 150. (Ultra)marathon ist im Kasten! Damit bin ich ja eine "Megarunner" (das gabs mal in den USA, dass alle, die 150 und mehr (Ultra)marathons gelaufen sind, Megarunners sind). Fein! Und ich merke immer wieder, dass es das lange, langsame Laufen ist, was ich ganz toll finde.

Freitag, 14. Dezember 2012

Zwei Marathons im Dezember - Hemsbach und Siebengebirge (1.12. und 9.12.)

Im Winter Marathon laufen hat einen entscheidenden Vorteil: es ist schön kühl und einen Schwamm muss man/frau nicht mitschleppen!
Und so war ich am 1. Dezember beim 3. UBG (Uwe-Bernhard-Geburtstag) Marathon in Hemsbach, wieder einmal 6 Runden über den Kreuzberg mit insgesamt 1.200 Höhenmetern. Für mich Bergtrampeltier genau das Richtige, da merke ich doch meine unglaubliche Spritzigkeit von Runde zu Runde mehr. Der Start ist um 8 Uhr morgens, früher gehts nicht, da ist es nämlich noch dunkel. Am Start war es auch noch recht dämmrig, wie auf dem Foto, das Uwe gemacht hat, gut zu sehen ist:
Dunkel und kalt - was mach ich eigentlich hier und wo ist mein Bett?
Aber es wurde ein ganz toller Tag, knackig kalt mit viel Sonne, gut zu belaufende Waldwege mit traumhaft schönen Ausblicken auf die Bergstrasse und weit ins Ried hinein. Das war ein Wintertag nach Maß und wir waren auch ganz schön viele, die entweder die volle Strecke oder einige Runden unter die Hufe genommen haben.

Da stehen wir Verrückten nun rum und lauschen den Worten von Bernhard, der nochmal die Strecke erläutert.
Nach dem Lauf, den ich überwiegend schwätzend mit Gabi und Brigitte genossen habe, gab es wieder leckeren Eintopf und Kuchen. Es war mal wieder toll!

Und dann, eine Woche später, stand der Siebengebirgsmarathon im Kalender. Obwohl Schneefall angesagt war, habe ich mich morgens um halbsieben auf die Autobahn begeben und kam gut - wenn auch langsam - bis Aegidienberg. Dort waren aber, anders als erwartet, viel weniger Bekannte da als sonst, niemand vom LT Hemsbach. Nanu, das war komisch - aber dafür habe ich mit Angie eine tolle Mitläuferin gefunden. Eigentlich kann sie ja viel schneller laufen, aber nach mehrwöchiger Laufpause aus Solidarität mit ihrem René, der einen Bänderriss hatte, war sie heute langsam unterwegs. Mir war das sehr recht und wir haben uns über die gesamte Strecke gut unterhalten, den zauberhaften Winterwald genossen und es insgesamt recht gemütlich angehen lassen. Und es war schön knackig kalt, viel Schnee und warmen Tee gab es auch reichlich, das war wohltuend!

Dick eingemummelt gehts durchs Siebengebirge
Der Zieleinlauf war natürlich auch wieder in der Halle, und da es so kalt war, hab ich davon nix gesehen - gut, dass Angie mir die Hand gereicht hat, so konnte ich auch trotz beschlagener Brille sicher ins Ziel laufen!





Sonntag, 4. November 2012

6h Stunden-Lauf Troisdorf, 3. November 2012





Zum zweiten Mal bin ich nach Troisdorf gefahren zum 6h-Lauf, recht spontan habe ich mich dafür entschieden. 6h-Läufe finde ich toll, hier kann gekreiselt werden auf einer vertrauten Runde, in Troisdorf ist sie recht lang für einen solchen Lauf - gut 2,7 km lang. In jeder Runde gibt es Verpflegung, Honigkuchen, Waffeln, Bananen, Äpfel, Schokolade, Salzstangen (das ist doch ein Angebot, speziell für Dich, Sabine: nicht immer nur olle Bananen...) und an Getränken Wasser, Tee, Iso und Cola. Die Getränke waren alle ganz leicht angewärmt, auf Wunsch gab es aber auch ganz kalte Getränke. Auf jeden Fall wissen hier die OrganisatorInnen genau, worauf es ankommt - von LäuferInnen für LäuferInnen.
Diesmal war es besonders aufregend, wurden doch die ersten Deutschen Meisterschaften im 6h Lauf in Troisdorf ausgetragen. Und da gab es viel zu bewundern, weil man/frau bei einem solchen Lauf natürlich oft überrundet wurde.
Schön war, dass ich wieder viele Laufbekannte traf und mit Kerstin, mit der ich in Berlin im Juli beim 24 h-Lauf über mehr als 100 km unterwegs war auch diesmal ca. 4 h zusammen laufen konnte. Dann wurde es mir ein wenig zu schnell und ich habe es etwas langsamer angehen lassen.
Da laufe ich im Hintergrund, mit sonnigem weiss-gelbem LT Hemsbach-Trikot und Kerstin ist noch neben mir (und zieht gleich davon)

Geregnet hat es die ersten vier Stunden mehr oder weniger kräftig, dann aber hörte es auf und die Sonne kam raus. Das war schön, denn die herabfallenden feuchten Blätter leuchteten sehr schön im Sonnenlicht - und der sehr matschige Damm, auf dem wir so ca. 500 Meter in jeder Runde zu laufen hatten, wurde nicht - wie vor zwei Jahren - noch matschiger, sondern war ganz gut belaufbar. Und trocken wurde die Strasse dann schon noch, da lief es deutlich leichter.
Hier gehts wieder rein ins Stadion auf die 400m-Bahn - und der Boden ist schon abgetrocknet. Aber die Hose ist reichlich versaut!
 Hinterher sahen wir dennoch alle recht verschlammt aus - aber es war mal wieder superklasse in Troisdorf. Für mich heißt das: hier komme ich gern wieder!