Berichte - Marathons, Ultras und Laufalltag

Montag, 22. August 2011

Müritz-Lauf, 20. August 2011

Zum zweiten Mal habe ich mich auf den Weg in den hohen Norden gemacht - die Müritz ist von Südhessen aus gesehen nicht gerade um die Ecke. Erst habe ich mich in den ICE von Frankfurt nach Berlin gesetzt um dann vom Berliner Hauptbahnhof mit dem Regionalexpress Richtung Rostock zu fahren. Die Fahrt von Berlin bis Waren an der Müritz dauert immerhin nochmals 2 Stunden, aber es lohnt sich!
Die Ausblicke aus dem Zugfenster sind spannend, die Landschaft ist schön, immer wieder kommen kleine und größere Seen in den Blick. Kein Wunder, wir nähern uns ja der Mecklenburgischen Seenplatte, eine Gegend, die mir schon letztes Jahr bei meinem ersten Besuch sehr gefallen hat und auch dieses Jahr geht mein Herz beim Anblick dieser Gegend auf.
In Waren angekommen, hole ich mir direkt beim "Hotel am Bahnhof" meine Startnummer und gehe ins Hotel am Tiefwarensee. Diesmal habe ich ein Zimmer mit Seeblick, wunderschön und außerdem noch mit dem schön angelegten kleinen Park. Vom Hotel aus mache ich mich sofort auf an den Stadthafen und bin beeindruckt, über die doch recht hohen Wellen mit Schaumkronen, die die Müritz heute zeigt. Ja, es ist nicht umsonst das "kleine Meer"!
Der Stadthafen von Waren - sieht doch aus wie am Meer, oder?
Am Stadthafen spaziere ich herum, gehe auch auf die Mole hinaus, die immer wieder vom Wasser überspült wird - natürlich nicht sehr stark, sonst wäre ich da nicht hinaus gegangen! Die waldgesäumten Ufer der Müritz sind wunderschön anzuschauen und ich würde sehr gerne hier mal einen längeren Urlaub verbringen - hier ist alles möglich: Wandern im Wald und am Wasser, Radfahren, Schwimmen (die Müritz ist nicht tief, daher ist das Wasser auch im Sommer nicht zu kalt) - und natürlich Laufen. Und genau das habe ich ja auch diesmal wieder vor, um die gesamte Müritz herum, 76,7 km:
Das ist die Strecke um die Müritz herum - im ersten Streckenabschnitt gehts durch den Wald
 Den Abend beschließe ich mit einem guten Essen im Hotel und am nächsten Morgen zeigt ein Blick aus dem Fenster, dass das Wetter richtig gut wird: Sonne, der Wind hat sich etwas gelegt und es wird mit knapp über 20 Grad auch nicht zu heiß.
Der Start ist unspektakulär - überhaupt gibt man sich beim Müritz-Lauf eher spartanisch - und schon gehts raus aus Waren und hinein ins Naturschutzgebiet durch den Wald, gut 10 km und das ist einfach toll hier. Dass es hier auch noch keine Streckenversorgung gibt, wußte ich ja vom letzten Jahr, das war kein Problem mit meinem Wassergurt. Beim Hinauslaufen aus dem Wald habe ich dann eine nette Begegnung: eine gestreifte Kröte springt rechts aus dem Gebüsch und hüpft bestimmt 5 oder 6 Meter neben mir her, ehe sie entschwindet. Das war richtig schön!
Ganz außen rechts laufe ich mit meinem unglaublich ästhetischem Laufstil....

Dann gehts weiter über Landstrassen und durch kleine Ortschaften, alle 8 bis 10 Km gibt es "Vollversorgung" mit Obst und Schokolade, dazwischen immer wieder Wasser und fast überall auch Cola, was richtig gut ist. Kilometerangaben gibt es überhaupt keine, aber dafür ist die Strecke an Stellen, an denen es hilfreich ist, mit großen Pfeilen gut gekennzeichnet. An den großen Versorgungsstellen ist immer viel los, hier stehen die StaffelläuferInnen und spenden eifrig Beifall. Dann sind wir am Südzipfel der Müritz angekommen in Rechlin und hier ist auch der häßlichste Streckenabschnitt, an dem wir an einer recht viel befahrenen Bundesstrasse auf einem Radweg entlanglaufen, wo wir auch noch Radfahrern Platz machen müssen. Aber auch das geht vorbei und dann wird es wieder ruhig und schön. Die Müritz, die wir bislang nur gelegentlich gesehen haben, kommt jetzt immer häufiger in den Blick und bald sind wir in Röbel, einem netten Ort, der aber in der Sonne ganz schön warm ist. Jetzt wird es aber immer schöner, Feldwege wechseln sich ab mit kleinen Wegen durch den Wald, bei Klink gibt es sogar einige trail-artige Wege und dann wird nach toll zu laufenden Wegen durch den schattigen Wald und Campingplätzen mitsamt Badestränden schon bald Waren erreicht.
Und ich bin mehr als erstaunt, dass ich irgendwie viel schneller bin als letztes Jahr - und als ich dann ins Ziel laufe, denke ich, ich spinne: fast eine Stunde schneller als letztes Jahr. Komisch, aber das war wohl das Lauftraining im Sauerland, was meine Beine gestärkt hat - und natürlich die lauffreundlicheren Temperaturen, obwohl ich jede Wasserwanne zum Abkühlen genutzt habe.
Da trabe ich Richtung Ziel im strahlenden Sonnenschein
Als ich Richtung Ziel lief, klatschen viele, die noch an der Strecke standen, was mich natürlich sehr gefreut hat.
Durch den Zielbogen hindurch zum Bier und den Nudeln
Im Ziel angekommen, bekam ich meine Medaille und habe mich dann sehr über das Bier und die leckeren Nudeln gefreut, die es für uns Ultra-LäuferInnen umsonst gab.
Es war mal wieder ganz schön beim Müritz-Lauf und dass ich hier gerne wieder laufen würde, ist ja klar!



Montag, 8. August 2011

Drei Marathons im Juli - Marburg, Ermstal, Hornisgrinde

Dreimal Marathon im Juli, dreimal unterschiedliches Wetter.
Nachtmarathon Marburg: nicht zu kühl und nicht zu warm, vorher mal Regen, aber überwiegend angenehmes Laufwetter. Vorher natürlich wieder Nostalgiebesuch im Roten Stern und diesmal schon zum fünften Mal dabei in Marburg. Ein Marathon, den ich nicht mehr missen möchte mit guter Organisation und schöner Strecke durch die Lahnauen.
Auf der Brücke über die Lahn

Zieleinlauf im Dunklen - is ja klar, Nachtmarathon in Marburg!

Ermstal-Marathon Metzingen: brütende schwüle Hitze und nach dem Marathon heftige Gewitter. Die Strecke ist schön, viel durch Streuobstwiesen, immer wieder an der Erms entlang und durch kleine Ortschaften. Die Versorgung ist sehr gut und die HelferInnen sehr nett. Einen Großteil der Strecke bin ich mit Daniel gelaufen, zum Ende hin wurde er mir dann zu schnell, aber im Ziel haben wir uns wieder getroffen. Ein sehr schöner Marathon, den ich gerne wieder laufen würde.
Der LT Hemsbach war mit Ewald, Bernhard, Daniel und Christoph und mir zahlreich beim Ermstal-Marathon vertreten

Hornisgrinde Marathon: saukalt, 7 Grad und das im Juli. Und die gesamte Strecke hatte ich mit Sabine eine supernette Begleitung, die mit weit über 200 Marathons und Ultras zu meinen Vorbildern zählt - und natürlich viel Spannendes zu erzählen weiß. Die Versorgung war wieder top, hier ist die jahrelange Erfahrung deutlich spürbar - ein ganz toller Marathon. Dieses Jahr war ich zum vierten Mal hier.
Nach dem "Kühlschrank"-Marathon im Schwarzwald ein gemeinsames Foto von Sabine und mir

Aber schön waren sie alle drei und dass das Wetter in diesem Sommer so eigenartig ist, hat ja auch etwas für sich - sowohl den Nachtmarathon in Marburg als auch den Hornisgrinde Marathon habe ich auch schon bei großer Hitze erlebt, was ja auch nicht so ohne ist. 

Mittwoch, 22. Juni 2011

100 km Biel, 17./.18. Juni 2011


Biel ist ein Mythos, das habe ich diesmal wieder gemerkt. Allerdings hat sich ja in diesem Jahr einiges geändert, weil das alte Start- und Zielgelände an der Eissporthalle nicht mehr genutzt werden kann.

Neuer Start, Neues Wettkampfzentrum 
Alles sollte besser werden, der Start in die Innenstadt verlegt werden, das Wettkampfzentrum und das Ziel direkt an den Bieler See.

Das klang ja erst einmal ganz gut - aber als ich dann zum Expo-Gelände am Bieler See kam, standen da zwei Zelte und das war's. Alles ist viel enger geworden, es gibt nur noch Dixi-Klos und ein paar Bauwägen mit Duschen. Das war natürlich mit der Eissport- und Curlinghalle besser. Klar wurde da auch "mobil" geduscht, aber es war alles viel großzügiger.

Besonders witzig war der Bereich, in dem wir uns umgezogen haben. Wie früher auch schon, gab es einfach Bänke und das Gepäck hat man dort direkt stehen gelassen (also keine Gepäckaufbewahrung). Auch das wilde Durcheinander von Männlein und Weiblein wurde beibehalten, was ich aber völlig unproblematisch finde. Witzig war diesmal nur, dass auf dem Boden Rindenmulch aufgeschüttet war, so dass das Ganze ein bisschen Stall-Feeling erzeugte. Egal, aber blöd war, das es doch so eng war, dass man sich mit der Umzieherei ständig in die Quere kam. Aber wir sind ja Ultras und nehmen es locker.

Das Wetter: ultra-saumässig!
Das Wetter war vorhersagegemäss sehr apart - es schüttete aus Kübeln und das Wasser lief an einigen Stellen ins Zelt hinein.Aber gnädigerweise hörte es auf, als wir die ca. 1,5 km zum Start an der Kongresshalle in der Innenstadt gingen. Der Start war schön, es war eine gute Stimmung und mir gings richtig gut - es war sogar so warm, dass ich die Armlinge schnell auszog und in meine Rückentasche schob.
In Biel kurz nach dem Start am Zentralplatz - nasse Strasse, gute Stimmung

Der Regen ließ aber nicht lange auf sich warten und ging recht kräftig wieder los. Das fand ich aber überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil, ich laufe sehr gern im Regen. Als dann die Feldwege kamen, tappten wir recht schnell durch Riesenpfützen und die Schuhe und Socken waren dann eigentlich auch komplett nass - was sie die nächsten Stunden dann auch blieben. Der Regen hörte dann aber so nach ca. 4 bis 5 Stunden auf, es regnete zeitweise leicht und erst so ab 8 Uhr ging es wieder los, teils auch sehr kräftig. Wind gab es auch, der war teils ein wenig unangenehm, aber nie so stark, dass ich ins Frieren kam. Ich hatte ja auch vorgesorgt, neben Armlingen hatte ich auch eine leichte Regenjacke dabei, die ich aber nicht gebraucht habe.

Das Lauferlebnis Biel
Die ersten Kilometer durch die Stadt waren ganz klasse, gute Stimmung an der Strecke trotz des feuchten Wetters und wie immer war ich ganz beglückt, hier laufen zu dürfen. Dann ging es raus aus Biel und hinein in die Nacht. Wie immer bin ich schon hier die Anstiege konsequent gegangen, um Körner zu sparen. Als dann der Regen kam und die Füsse komplett nass wurden, habe ich mir ein wenig Sorgen gemacht, ob das auch keine Probleme wie Blasen o.ä. geben würde. Aber Fehlanzeige - dank der wirklich genialen Wrightsocks habe ich auch nicht das kleinste Bläschen bekommen!
Ein bisschen lästig waren die vielen Nordic Walker an der Strecke, die teils oft unvermittelt ihre Stöcke hochhoben, was das ein oder andere abrupte Ausweichmanöver erforderte. Erstaunt war ich, dass nicht wie sonst die MarathonläuferInnen von hinten kamen - aber der Grund hierfür stellte sich ja dann heraus: die Armen waren fehlgeleitet worden und haben ihrer 7km-Schleife in der Bieler Innenstadt ausgelassen und waren folglich alle schon durch. Ärgerlich!
Mein Lauf durch den dichten Regen war sehr entspannt und es war zwar alles nass, aber noch war es recht warm. So habe ich an jeder Verpflegungsstation mindestens 3 Becher getrunken und von Anfang an gegessen (naja, ich bin halt auch gefrässig...). Die wunderschöne Holzbrücke bei Aarberg war schnell erreicht und hier war wieder eine Superstimmung, die mir jedesmal eine Gänsehaut bereitet.
Auf der wunderschönen alten Holzbrücke in Aarberg - immer ein Stimmungsnest! Und trocken, weil überdacht...

Bis Oberramsern bei km 38 regnete es ununterbrochen, erst danach hörte es auf. Den Streckenabschnitt bis Kirchberg habe ich sehr genossen, die Linden haben unglaublich intensiv geduftet, überall tropfte es und dann und wann waren die für Biel so typischen Kuhglocken zu hören. Ganz toll ist es immer wieder, durch die Dörfer zu laufen, in denen wetterbedingt dieses Jahr zwar nicht die Riesenstimmungsnester waren, aber doch immer ein paar Menschen da standen, die uns angefeuert haben. Der Himmel war zwar bewölkt, aber es war doch deutlich zu erkennen, das wir durch eine Vollmondnacht liefen - ein Schimmern war durch die großartigen Wolkenformationen zu erkennen, was mich richtig glückselig machte. Und dann kam er, der für mich jedesmal magische Moment: das erste Vogelzwitschern! Diesmal habe ich es recht spät gehört, es war so kurz vor vier Uhr und dann könnte ich jedesmal vor Glück heulen, das ist so ein tiefes Gefühl des Friedens und der Dankbarkeit, das mich dann erfüllt. Natürlich gab es diesmal keinen tollen Sonnenaufgang, aber das langsame Hellerwerden des Himmels und die verschiedenen Facetten des Graus, die der Himmel da hinzauberte, waren unglaublich schön. Der Einlauf dann nach Kirchberg bei km 56 ist wie immer ein ganz besonderes Erlebnis gewesen - ich habe dann immer das Gefühl, nach Hause zu kommen, kurz nachzuschauen, ob alles ok ist und dann gehts weiter. Weil ich so nass war, habe ich diesmal auf die Kaffeepause verzichtet, mich nur über den Verpflegungsstand hergemacht und die Köstlichkeiten genossen - und dann ging es Richtung Emmendamm.
Dort bin ich jedes Jahr aufs Neue erstaunt, das ich das Laufen dort toll finde - gerade weil es dort so hohe Konzentration erfordert, nicht zu fallen oder umzuknicken. Und es ist einfach wunderschön dort, ein bisschen wie eine Auenlandschaft, direkt am Wasser, die Bäume tropften vor sich hin und der Wald war voller Leben - Vogelgezwitscher, Rascheln, Knistern....das war sehr beglückend!
Und dann war der Emmendamm schon wieder zuende und fast habe ich es bedauert und mich bis zum nächsten Jahr verabschiedet - übers Brückchen und dann kam der Abschnitt bis nach Bibern bei Km 76, den ich auch sehr mag. Sanfte Hügel, zwischendrin Wald und mittlerweile ganz heller Tag - wenn auch jetzt wieder mit stetig stärker werdendem Regen.
Der Checkpoint Bibern ist schon von weitem zu sehen und auch der fulminante Anstieg, der uns danach erwartet und den ich deswegen so toll finde, weil man so weit ins Land schauen kann. Danach geht es abwärts mit Blick auf das Tal und dem Wissen, dass jetzt keine großen Anstiege mehr kommen. Bald erreichen wir den Flußweg, der uns diesmal bis ins Ziel begleiten wird - die letzten 11 km sind für mich auch Neuland.
Bei Büren an der Aare - jetzt sind es nur noch rund 20 km
 Erst fand ich es schade, dass die letzten Kilometer verändert wurden, gerade weil ich sie in so intensiver Erinnerung von den letzten fünf Läufen in Biel habe - aber die Streckenänderung ist gut! Es wird immer schöner, links tut sich der Bieler See auf, Boote liegen vertäut, eine Entenfamilie begrüsst mich - bei schönem Wetter ist es vermutlich traumhaft hier zu laufen. Die letzten Meter gehts dann durch ein Wäldchen und der Zieleinlauf ist natürlich ganz toll - wie gehabt blauer Teppich und persönliche Begrüssung durch den Sprecher.
Sieht doch ganz dynamisch aus, oder?

Der Schatten ist NICHT von der Sonne, sondern von Scheinwerfern...

Dankbar nehme ich meine Medaille in Empfang und gehe nass und überall tropfend ins Zelt, um mich umzuziehen.Die HelferInnen haben wirklich einen ganz tollen Job gemacht, überall waren sie freundlich, obwohl es bestimmt ganz schön hart war, bei diesem Wetter stundenlang in der Nacht nasse LäuferInnen zu versorgen. Und dann hole ich mir noch meine Urkunde und das Finishershirt, das diesmal grün ist.
Es war mal wieder ein einmalig toller Lauf in Biel, diesmal mit viel Regen, aber wer das Glück wie ich hatte, sechsmal dort zu laufen und das Ziel zu erreichen, wird eben mit allen möglichen Wetterlagen umgehen dürfen. Im letzten Jahr fand ich es viel anstrengender, da war die Nacht tropisch warm und ich bin fast in jeden Brunnen hineingestiegen.
Was vom diesjährigen 100er in Biel bleibt? Dankbarkeit, Glück und die Vorfreude aufs nächste Jahr, wenn es mir denn vergönnt ist, dort wieder laufen zu dürfen.

Dienstag, 7. Juni 2011

Europamarathon Görlitz/Zgorzelec, 5. Juni 2011

Schon sehr lange habe ich den Wunsch gehegt, den grenzüberschreitenden Europamarathon in Görlitz bzw. Zgorzelec zu laufen. Es ist natürlich nicht gerade um die Ecke, aber mit dem Zug sehr gut erreichbar: in Darmstadt eingestiegen in den ICE direkt nach Dresden, dort dann in den Regionalexpress bis nach Görlitz (einige Regionalexpresszüge fahren dann noch weiter nach Wroclaw, das dauert gerade mal noch zwei Stunden! Und da ist im September auch ein Marathon....).
Zwischenhalt in Bautzen, auf sorbisch Budysin
 In Görlitz angekommen, bin ich gleich mal von dem wunderschönen Bahnhof begeistert, der ein bisschen an meinen Heimatbahnhof Darmstadt erinnert - auch eine wunderschöne Decke!
Hier kommt man doch richtig gerne an!
 Der Weg zum Hotel, dem "Alt-Görlitz" ist nicht weit, das Hotel ist erst vor einem Jahr eröffnet worden und liegt nahe der Innenstadt in einer ruhigen Strasse. Kaum angekommen, mache ich mich auch schon auf Entdeckungstour durch Görlitz. Gleich um die Ecke ist der Postplatz, der mit diesem schönen Brunnen einen wunderbaren Anblick bot. Dieser Brunnen, die "Muschelminna", wurde 1887 als Kunstbrunnen eingeweiht und galt als schönster Brunnen Schlesiens. 1937 wurde der Originalbrunnen, der aus Bronze bestand, eingeschmolzen für die Waffenindustrie. Aber zum Glück wurde 1994 eine Replik geschaffen und so hat Görlitz diesen wunderbaren Brunnen mit der "Minna" wieder, die die Natur symbolisiert - sehr überzeugend, wie ich finde!
Die Muschelminna auf dem Postplatz
Weiter ging es auf Erkundung der Stadt Görlitz, die mich jetzt schon begeistert durch ihre Schönheit, aber auch durch ihr südländisches Flair, was wohl auch am Wetter lag. Kurz darauf stand ich vor diesem Turm, dem Reichenbacher Turm, der bereits 1376 zum ersten Mal erwähnt wird. Er diente der Stadtbefestigung und hat eine sehr wechselvolle Geschichte erlebt. Der letzte Türmer hat noch im vergangenen Jahrhundert hier gelebt und natürlich werde ich ihn auch besteigen!

Vorher besuche ich aber noch die Ausstellung "via regia" in der Kaisertrutz, schräg gegenüber vom Reichenbacher Turm. Die Kaisertrutz aus dem 15. Jahrhundert war ebenfalls ein Teil der Stadtbefestigung und erhielt den Namen Kaisertrutz im Verlauf des Dreissigjährigen Krieges.  Diese Ausstellung stellt unter verschiedenen Aspekten die Geschichte der via regia dar, eine der wichtigsten Handelsstrassen, die von Kiew über Krakau, Breslau und Görlitz bis nach Frankfurt am Main und Mainz verläuft.
Die Kaisertrutz, in dem die via regia Ausstellung zu sehen ist.
Danach geht es gut 160 Stufen hoch in den Reichenbacher Turm und von dort oben habe ich eine wunderbare Aussicht über Görlitz und das umliegende Land.
Blick auf die Kaisertrutz von oben, im Hintergrund die Landeskrone (so wird dieser Berg bezeichnet)

Blick über den Obermarkt in Richtung Osten

Blick nach Südosten, im Hintergrund ist Zgorzelec zu sehen
Nach dem Turmabstieg habe ich mir eine Latte Macchiato gegönnt und bin dann weitergegangen, u.a. auch am Frauenturm vorbei, der auch Dicker Turm heißt und ein wenig an den Weißen Turm in Darmstadt erinnert. Dieser Turm steht bereits seit 1305 und auf einem Relief sind Maria und Barbara zu sehen, die das Stadtwappen halten.
Frauenturm oder auch Weißer Turm
 Dann bin ich weiter Richtung Neiße gegangen und über die Altstadtbrücke nach Zgorzelec und dort die schöne Flußpromenenade entlanggeschlendert.
Auf der Neißebrücke Richtung Zgorzelec
 Vorbei am Jakob Böhme Haus und die Landschaft wird trotz der Stadtnähe immer urtümlicher.
An der Neiße entlang Richtung Süden
Ich gehe bis zur nächsten Brücke, die Brücke Jan Pawel II, die wir morgen beim Marathon überqueren werden.
Brücke Jan Pawel II

Naturnahe Flußlandschaft an der Neiße an der Uferpromenade
Belohnt werde ich mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, der die Wolken in die verschiedensten Rot- und Orangetöne taucht.
Welch tolles Farbenspiel über den Dächern von Görlitz!

Und die Spiegelungen in der Neiße sind auch wunderschön! 
Fast hätte ich vergessen, dass da ja noch ein Marathon war - natürlich mit Nudelparty am Vorabend auf dem Elisabethplatz und einem Funktionsshirt, das richtig toll aussieht (mit der deutschen und polnischen Flagge drauf, beide stilisiert, sehr nett). Unter dem Banner des Europamarathons habe ich mich dann von einem netten Engländer noch fotografieren lassen - Banner und T-Shirt passen doch gut zueinander, oder?
Nach der Nudelparty am Vorabend des Europamarathons
 Der Marathon selber war dann - wie im Vorfeld schon klar wurde - eine Hitzeschlacht, die ich aber gut überstanden habe. Anfangs lief ich vor dem Besenwagen her, was mir aber völlig egal war, weil ich mein Tempo lief, das mir gut tat. Zuerst ging es kurz durch die Altstadt von Görlitz, eine Sambagruppe hat Dampf gemacht (super!), dann über die Brücke nach Zgorzelec, wo wir mit Blasmusik begrüsst wurden, als wir durch die Strassen liefen. Es gab einige, sehr freundlich applaudierende ZuschauerInnen und hier waren bereits sehr regelmässig Verpflegungsstationen aufgebaut mit vielen, vielen HelferInnen. Dziekuje bardzo! (das heisst vielen Dank)
Bis km 7,5 liefen wir auf einer Landstrasse Richtung Süden - wären wir weiter gelaufen, wären wir bald über die Grenze nach Tschechien gelaufen! Nach 7,5 km gab es eine Wende und es ging wieder zurück. Nach gut 13 km ging es dann wieder nach Görlitz und dann am Bahnhof vorbei in Richtung Vororte - eine Plattenbausiedlung und ein Industriegebiet, was aber gar nicht mal so hässlich war. Und überall, alle 2 bis 3 km gab es Verpflegung, überall freundliche HelferInnen, die mir die Becher persönlich überreichten. Klasse! Und gute Stimmung!
Dann ging es raus aus Görlitz und über die Dörfer und linkerhand hatten wir immer die Landeskrone im Blick. Die Strecke war wellig, keine sehr steilen Anstiege, aber immer ein stetiges Auf und Ab. Und die Sonne brannte schon ganz schön, so dass ich mir ständig Wasser über den Kopf goss. So ließ es sich gut laufen, natürlich nicht schnell, aber das muss ja auch nicht sein.
Einige Läufer haben der Hitze Tribut zollen müssen und stiegen aus, einem Mitläufer, der am Boden lag, habe ich geholfen, aber zum Glück war da schon ein Krankenwagen unterwegs. Ich hoffe, er hat sich wieder gut erholt!
Ca. 5 km vor dem Ziel sind wir wieder ins Stadtgebiet von Görlitz gelaufen, dort gab es auch nochmal ein bisschen Live-Musik von einer Trommelgruppe und einen fiesen Anstieg bei km 39 - den bin ich dann aber gegangen.Auf den letzten Kilometern begleitete mich ein Läufer aus Berlin, das war nett. Und dann tauchte auf einmal ein Radfahrer mit dem Schild "16. Frau" aus und meinte, er würde mich jetzt ins Ziel eskortieren. Witzig, als 16.! Naja, immerhin sind noch drei Frauen nach mir ins Ziel gekommen....
Im Ziel gabs dann eine hübsche Medaille mit blauem Europaband und eine Soforurkunde. Und danach habe ich mir erstmal eine ordentliche Wurst mit Senf gegönnt und dem Görlitzer Jugendblasorchester gelauscht!
Am Abend bin ich dann nochmal nach Zgorzelec gegangen, habe dort sehr gut gegessen und den sehr warmen Abend genossen.
Fazit: eine schöne Reise, mit der ich mir einen Wunsch erwünscht habe - und nach Görlitz würde ich gern nochmal reisen!

Montag, 23. Mai 2011

Mannheim Marathon, 21. Mai 2012

Mal wieder in "Monnem" gelaufen, leider diesmal alleine, aber dafür jeden einzelnen Kilometer in Gedanken an unser Superprojekt "Schwesternmarathon", das ein echter Dauerbrenner ist!
Dieses Jahr war es mal wieder heiss, schon die Tage zuvor, was aber gut war, weil sich dann der Körper nicht so extrem umstellen muss.
Im Rosengarten-Parkhaus konnte ich wieder gut parken, vorher noch die Marathonmesse begutachtet (nett und überschaubar), zwei Paar Wrightsocks gekauft und dann habe ich mich noch mit Gabi getroffen, die auch in Biel laufen will.
Als wir an den Start gingen, hat uns die Hitze fast umgehauen, aber was solls, dann wird eben langsamer gelaufen und überall und ständig gekühlt.
Gabi ist dann doch nur den Halbmarathon gelaufen und war dann gleich weg und so bin ich vor mich hin getrabt und habe die Strecke sehr genossen.
Die Augustaanlage entlang und dann ging es raus nach Seckenheim, wo der Blick ins Grüne und auf den Odenwald sehr schön ist. Auch die Stimmung war sehr gut, keine Live-Musik zwar, dafür aber ein tolles Publikum, das viel klatschte.
Am Fernsehturm vorbei und schon waren wir wieder in der Innenstadt - wo das Thermometer um kurz vor 21 Uhr noch 25 Grad anzeigte! Heissa, das war heiss!

Und dann kam mein Lieblingsabschnitt - iwwer die Brick nach Ludwigshafen! Ich mag das ja sehr gerne, wenn auch die meisten um mich herum Laufenden eher geflucht haben über die Brücke, die uns nach Ludwigshafen brachte. Um die 2 km laufen wir hier, in einen traumhaften Sonnenuntergang hinein, mit Blick auf die Industrieanlagen, die in der Abendsonne direkt schön aussehen, den Hafen und natürlich auch den Rhein.
Skurril und einzigartig: iwwer die Brick nach Ludwigshafen
 Und in Ludwigshafen empfängt uns eine nette, freundliche Stimmung, überalle Stimmungsnester und sehr freundliche HelferInnen (wie in Mannheim natürlich auch). Hier ist es natürlich ruhiger, die meisten sind ja Halbmarathon gelaufen, aber einsam bin ich dennoch nie.

Und dann gehts wieder zurück "iwwer die Brick", ich bin gut drauf, wieder einmal die wunderbar erleuchtete Hängebrücke in blau und der Riesenschornstein in rötlich, darauf freue ich mich immer beim Mannheim-Marathon.

Zurück iwwer die Brick machts auch Spass
Und schon erreichen wir wieder die Innenstadt von Mannheim, 2 km sind noch zu laufen und die Stimmung ist klasse, viele Leute auf der Strasse, die noch ein paar nette Worte haben und dann gehts zum Wasserturm, der wieder angestrahlt ist, Licht-Wasserspiele, Lightshow im Zielbereich und ein "Lichtdom" aus Riesenscheinwerfern - wow, das ist klasse!
Der schöne Wasserturm von Mannheim!
 Aber nicht so schön, so alleine! Und deswegen habe ich besonders laut gejubelt, damit klar ist: Mannheim Marathon ist Schwesternmarathon! Klaro?
Wo ist die Schwester?
 Und noch ein Jubelfoto, damit der Appetit noch mehr angefacht wird:
Reichts immer noch nicht?
Also, eins hab ich noch:
Schönes Licht, aber nur für Schwestern richtig schön!

Donnerstag, 19. Mai 2011

Knastmarathon Darmstadt-Eberstadt, 15. Mai 2011

Am Sonntag war ich im Knast...und das freiwillig. Mit allem Drum und Dran, Personenkontrolle, Gepäckdurchleuchtung, Abtasten und Drogenspürhund (oh, was war das ein schöner Hund, den hätte ich gern mitgenommen)

Und ich habe es nicht bereut, es war ein ganz fantastisches Erlebnis!


Schon zum 5. Mal hat dieser Knastmarathon in der JVA Darmstadt-Eberstadt stattgefunden, dort haben die Gefangenen die Möglichkeit, in einem Vorbereitungskurs über mehrere Monate auf einen Marathon hinzutrainieren. Unter professioneller Anleitung - und wohlgemerkt: das Training findet ausschließlich auf dem Gefängnisgelände statt, auf einer Runde von knapp 2 km!


Und das Projekt trägt unglaublich Früchte, jedes Jahr schaffen es einige der Gefangenen nicht nur, den Marathon zu finishen, sondern sie sind teils richtig gut. Zum Marathon werden dann auch rund 160 "Externe" zugelassen, wobei Frauen, die ja ohnehin bei Marathons in der Minderzahl sind, hier totale Exotinnen sind (und es waren mit gut 20 auch insgesamt recht wenige).


Die Organisation ist erste Sahne, alles ist perfekt vorbereitet. Schon mit den Startunterlagen bekommen wir ein personalisiertes Shirt in orange mit der Startnummer und dem eigenen Namen. Die Strecke ist ein Rundkurs mit einigen Pendelstücken, etwas über 1,7 km lang, die wir 24mal durchlaufen müssen. Teils an der Gefängnismauer entlang, was aber nicht bedrückend wirkt (und die Mauer ist mir "von der anderen Seite" wohl vertraut, das Gefängnis liegt nämlich fast im Wald und dieser ist "mein" Trainingsrevier).
Auf der Strecke gibt es immer wieder nette Begegnungen, die Marathonfamilie ist ja überschaubar, gerade bei solch kleineren Läufen.
An der Strecke gibt es viel Zuspruch, natürlich vor allem durch Gefangene, die überwiegend richtig gut drauf sind.
Zwischendrin gibts im Start-Ziel Bereich laute Musik und auf der Strecke macht eine Sambagruppe über Stunden richtig tolle Stimmung.

Die Rundenlauferei ist überhaupt nicht langweilig - aber Rundenlaufen liegt mir irgendwie und ich entdecke in jeder Runde etwas Neues. Das Gefängnisgelände ist recht grün, es gibt viele Bäume und das Wetter macht auch mit - kühl, etwas Sonne, um die Mittagszeit ein kurzer erfrischender Guss. Das passt, vor allem nach all den Hitzeläufen der letzten Wochen.

So kreisele ich vor mich hin, laufe zeitgleich mit dem Sieger über die Matte im Start-Zielbereich, muss ja dann nur noch so ungefähr 10 Runden laufen , die aber auch schnell rumgehen.

Und im Ziel dann eine schöne Medaille, dann noch ein paar nette Gespräche, alle sind gut drauf und ich verlasse gutgelaunt den Knast - und denke, dass es solche Projekte wie dieses in viel mehr Gefängnissen geben müsste.

Dienstag, 10. Mai 2011

Mainz Marathon, 8. Mai 2011


Zum dritten Mal bin ich in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz den Marathon gelaufen, jedesmal war es warm, aber diesmal war es heiss! Exotisch sowieso, schon im Startblock steht jedes Mal eine Sambagruppe, die schon vorher einheizt, das finde ich super!
Und logisch, dass in der Karnevalshauptstadt auch die Schwellköpp mit von der Partie sind - das ist auch exotisch, weil es das wohl nur in Mainz gibt.

Aber von Anfang an:
Angemeldet hatte ich mich natürlich schon im September, das muss ja in Mainz sein. Mainz hat ja so ein bisschen den Ruf weg "Marathonstadt mit fast ohne Marathon" zu sein. Das ist auch schon ein bisschen exotisch. Gut, das ist jetzt ein wenig übertrieben, aber de facto laufen von den ca. 8000 LäuferInnen über 70 Prozent den Halbmarathon.
Und das ist zu merken auf der Strecke, die Stimmung im Startbereich ist deutlich hektischer als bei einem Stadtmarathon und auch während der ersten Runde fühlt es sich atmosphärisch nicht wirklich wie ein Marathon an. Besonders krass ist es dann ab ca. km 17 oder 18, wo rings um einen herum immerzu von "noch 4 km" etc. die Rede ist. Auch das Publikum ruft Dir zu "gleich hast Du es geschafft" - naja, stimmt ja auch irgendwie, sind ja nur noch so 24 km Auch exotisch - 24 km sind ja auch nicht wirklich viel bei ca. 25-26 Grad, gell? Und mit der richtigen Stimmung geht das auch ganz einfach...
ErsttäterInnen würde ich daher von Mainz abraten, das ist wirklich ein komisches Gefühl, in die Marathonweiche zu laufen im Start-Zielbereich und alle anderen laufen ins Ziel. Dann machts "Plopp" und auf einmal wähnt man/frau sich bei einem winzigen Provinzmarathon. Komisch, und ich empfinde es als extremer als bei ähnlichen Läufen wie z.B. St. Wendel, Mannheim oder Darmstadt. Exotisch eben.

Die Strecke ist, naja, also ich sags mal so: es gibt schönere Kurse.
Vom Start weg vor der Rheingoldhalle (die das Wettkampfzentrum nebst Marathonmesse beherbergt) gehts am Rhein entlang - allerdings sieht man ihn (den Rhein) nicht, weil wir am Zollhafen vorbeilaufen, der die Sicht aufs Wasser versperrt. Dafür säumen schöne Bäume die Strasse. Und dann gehts über ein Fabrikgelände, das der Firma Schott, die den Marathon auch sponsern. Ist aber auch irgendwie exotisch, weil sonst kommt man nicht so einfach auf dieses Werksgelände. Aber die Stimmung ist ok. Dann wird es eher so ein wenig unschön, wenn es dann durchs Industriegebiet geht, dann gibts ein paar Ausblicke auf Wiesen, ehe es dann so langsam wieder städtisch wird. Richtig Innenstadt gibts auch etwas, mitsamt Blick auf den Dom (wenn man/frau sich so ca. 130 Grad nach hinten dreht, der Dom ist nämlich nicht so direkt im Blickfeld). Aber Musik gibts viel, Samba, Blasmusik, Schwellköpp auch ein paar und das Publikum und die HelferInnen sind sehr freundlich und anfeuernd. In der ersten Runde müssen wir eine Pendelstrecke von ca. 3 km hin und zurück laufen, nicht so hübsch, aber interessant, weil man/frau immer LäuferInnen hat, die einem entgegen laufen.

Nachdem es dann einsam geworden ist (nach Halbmarathon) gehts über den Rhein hinüber (endlich sieht man ihn mal ein Weilchen beim Brückenüberqueren) und wir laufen nach Hessen hinüber, in den Teil von Mainz, der eigentlich zu Wiesbaden gehört. Hier ist die Stimmung auch gut, hier ist alles recht dörflich, aber die Versorgung ist ok, viel Wasser von oben aus Schläuchen und genügend zu trinken. Das war ja doch recht wichtig, weil es nicht viel Schatten gab. Und das hat wohl einigen zu schaffen gemacht, es lagen doch einige darnieder, aber die Sanis waren immer sofort zur Stelle. Dann wieder zurück über den Rhein und der Rest der Strecke wie gehabt (ohne das erwähnte Pendelstück, das ja durch den Ausflug nach Hessen in Runde 2 entfallen konnte).

Die letzten Kilometer durch die Innenstadt - es sind vielleicht so 3 bis 4, die so richtig Innenstadt sind - waren schön, viel gut gelauntes Publikum, und auch der Zieleinlauf war nett.
Und wer steht da im Ziel? Ja, genau: Elke! Leider hatte ich nicht viel Zeit, weil ich zum Zug musste, aber ein kurzes Umärmeln war natürlich drin und ich habe mich riesig gefreut, sie zu sehen!!!

Aber bei mir blieb doch der Eindruck haften, dass der Marathon das Stiefkind ist, zumal durch den Wegfall der Deutschen Meisterschaft, die hier in den letzten Jahren ein paarmal stattfand, auch noch weniger LäuferInnen den Weg zum Marathon gefunden haben.

Schade eigentlich, denn die Organisation ist klasse und Anfang Mai gibt es nicht so viele Marathons im Südwesten (St. Wendel war ja schon am 1. Mai) - aber so wollen es wohl die Organisatoren, anders kann ich es mir nicht erklären. Um den Marathon aufzuwerten, bliebe wohl nur, die Höchstteilnehmerzahl beim Halbmarathon zu reduzieren und so zu hoffen, dass mehr dann auf den Marathon gehen. Aber das ist natürlich auch riskant - aber eigentlich sollte sich der "Novo Nordisk Gutenberg Marathon" eher in "Novo Nordisk Gutenberg Halbmarathon mit Rahmenwettbewerb Marathon" umbenennen. Das wäre ehrlicher. Aber klingt zu exotisch.

Nett war es dennoch - und ich hoffe, dass der Marathon in Mainz nicht irgendwann komplett zum Halbmarathon wird.

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