Berichte - Marathons, Ultras und Laufalltag

Montag, 23. August 2010

Müritz-Lauf, 21.08.2010

Ich bin eine Müritzumrunderin, hach, das war toll! Aber es war durchaus auch ein ganz schönes Stück Arbeit, 76,7 km bei bis zu 28 Grad und teils auch heftigem Wind.
Die Strecke ist ganz toll, viel durch den Wald, anfangs auch durch den Nationalpark Müritz. Hier leben viele seltene Tiere, Seeadler zum Beispiel. Schöne Wege, teils asphaltiert, aber auch viele Waldwege prägen diesen Kurs. Flach ist es überwiegend schon, einige Anstiege gibt es, aber diese sind nicht steil. Ich bin aber sehr vorsichtig, denn die Hitze und die Ankündigung, dass der Wind schon eine Herausforderung sein soll, haben mich sehr beeindruckt.
A propos beeindruckt: beim 28km-Lauf war auch eine sehr prominente Teilnehmerin, die mal locker alle, auch alle Männer, einkassiert hat. Wer das wohl war?


Ja, genau, Mocki höchstpersönlich! In Barcelona bei der EM vor wenigen Wochen über die 10.000 Meter noch einen superguten 6. Platz belegt und dann beim Müritzlauf! Ich habe sie zwar nicht persönlich getroffen, aber fand es doch klasse, quasi beim gleichen Event wie eine Europameisterschaftsteilnehmerin und Weltklasseläuferin mitmachen zu können.


Ich selber war, wie gesagt, wesentlich gemütlicher unterwegs. Auf den ersten 10 km gab es gar keine Versorgung, aber ich hatte ja mit meinem Wassergürtel vorgesorgt. Auch zwischen 10 und 20 liefen wir ohne Wasserversorgung, was für mich nicht weiter schlimm war - für einige Mitläufer war das aber schon ein Problem, weil sie eben nicht vorgesorgt hatten. Das ist dann aber auch der einzige Schwachpunkt der Veranstaltung gewesen.
Die Strecke war dann so zwischen ca. km 30 und 40 nicht mehr ganz so schön, hier liefen wir viel auf nicht abgesperrten Strassen und teils blies der Wind heftig (Kilometerangaben gab es an der Strecke übrigens gar nicht, nur an den Verpflegungsständen ab und an -ich habe dann halt immer gefragt, wie weit wir denn sind).
Dann hatten wir die Müritz überquert und hatten sie dann rechts von uns - nicht immer ganz nah, aber sie blinkte immer wieder zwischen den Bäumen durch. Ab ca. km 50 hatte ich mit Hubertus einen Mitläufer aus Hamburg gefunden, mit dem ich mich nett unterhalten konnte. Mir setzte die Hitze ganz gut zu, daher habe ich meine "Salami-Lauftaktik" angewendet: immer so 5 bis 6 Minuten laufen und dann so 3 bis 4 Minuten flottes Gehen. Das ist für mich sehr wohltuend und ich bleibe dann immer im Wohlfühlbereich. Und dann gab es auch immer mehr Wasserstellen, zum Ende der Strecke - die dann immer schöner wurde, durch den Wald, teils auf kleinen trail-artigen Waldwegen - fast jeden Kilometer.
Ich habe mich immer von oben bis unten abgekühlt, ich merke, dass ich sonst "heißlaufe" wie ein Dieselmotor, damit ging es mir sehr gut. Und dann kam der Zieleinlauf, der sah so aus:



Wir liefen nach 10:10 ein, eine Schnapszahl, dann gab es noch Nudeln und Freibier und ich bin zufrieden und glücklich in mein Hotel gegangen, das wunderbar am Tiefwarensee (kleinerer See in Waren) gelegen war.
Es war sehr schön und an die Müritz will ich unbedingt nochmal!

Mittwoch, 18. August 2010

Auf zum Müritzlauf!


Am Freitag fahre ich nach Waren an der Müritz, um dort zu versuchen, knapp 77 km rund um die Müritz zu laufen!
Mal sehen, wie das wird!

Donnerstag, 22. Juli 2010

SCMT 24h-Lauf Berlin, 17./18. Juli 2010









Ich bin noch ganz überwältigt von diesem tollen Lauf, das war ein Erlebnis, was noch sehr lange nachwirkt. Das Siegerehrungsfoto gibt es gleich am Anfang dieses Berichts, denn es war wirklich sehr besonders, dass es drei Siegerinnen gab! Aber der Reihe nach:
Beim Aussteigen im Hauptbahnhof Berlin bin ich von der Hitze am Freitag völlig erschlagen und denke "Du spinnst, bei so einem Wetter läuft frau gar nicht und schon gar nicht 24 Stunden". Es waren so ca. 37 Grad und die Klimaanlage im Zug war auch teils ausgefallen. Nun ja.
Ich quartierte mich im Hotel direkt vis-a-vis des Stadions in Berlin-Weissensee ein und ging dann am frühen Abend zum Startbereich. Dort empfing mich der Organisator Klaus Schulz mitsamt seinen HelferInnen vom Sri Chinmoy Marathon Team sehr freundlich - und ich kam in den Genuß eines sehr guten Abendessens (Nudeln mit leckerer Soße und Salat).
In der Nacht gab es aber ein schönes Gewitter, der Regen setzte um 11 Uhr aus und um 12 sind wir gestartet - wie ersichtlich, auf nassem Asphalt, der dann bald zu dampfen anfing.


Von Anfang an lief ich zusammen mit Luzie, einer Läuferin aus Berlin, die schon mehr Erfahrungen im 24h-Lauf hat als ich. Wir waren ein gutes Gespann, haben erstaunlich viel Gemeinsamkeiten und geteilte Interessen festgestellt und so vergingen die Stunden wie im Flug.



Es war ein richtig gutes und schönes Miteinanderlaufen, vielen Dank dafür, Luzie!


Mir ging es richtig gut, die Runde, die etwas länger als 1 km war, fand ich recht abwechslungsreich: nach dem Verpflegungsstand ging es etwa 200m ganz leicht bergauf, gut um dort eine Gehpause einzulegen. In der oberen Ecke befand sich die Sporthalle, in der ich meine Wechselkleidung deponiert hatte (ich musste aber gar keine Kleidung wechseln und habe die Halle nur aufgesucht, um zwischendurch scheuergefährdete Stellen nachzuschmieren). Dann kam eine Rechtskurve und wir liefen entlang zweier Sportplätze und einer Sporthalle, deren kleines Außengelände am Samstagnachmittag durch Familien belebt war. Hier stand eine riesige aufblasbare Wasserrutsche, die ich sehr gern mal runtergerutscht wäre. Dann gings wieder rechts rum, links und rechts standen Bäume, es folgte ein Beachvolleyballfeld, wo aber niemand spielte. Dann ging es ein bisschen kurvig weiter mit viel Grün, bevor wir dann auf der linken Seite die Zelte der LäuferInnen und BetreuerInnen passierten, und dann waren wir auch schon wieder im Bereich des ZählerInnenzeltes und der Verpflegung.

Es wurde dann im Laufe des Nachmittags recht warm, so dass ich in fast jeder Runde dankbar die aufgestellte Wanne mit Schwämmen nutzte und auch zwischendrin immer mal unter dem Waschbecken auf dem Damen-WC Gesicht und die Unterarme minutenlang unter kaltem Wasser kühlte.


Die Sonne schien dannd doch ganz schön stark und ich war froh, mich ordentlich mit Sonnenmilch eingeschmiert zu haben.
An Getränken in reicher Auswahl mangelte es nicht, es gab einfach alles (Wasser still und sprudelnd, Elektrolyt, Cola, verschiedene Säfte, alkoholfreies Bier, später kamen mehrere Teesorten dazu, ausserdem Brühe und morgens Kaffee). Auch zu essen gab es reichlich, angefangen vom Üblichen wie Obst und Riegel, aber dann auch alles Erdenkliche an Süßem (Schokolade, Gummibärchen, Kuchen), Salzigem (Salzstangen, Nüsse etc.). Und natürlich auch warmes Essen, wie Karotten mit Kartoffeln, Nudeln, Suppe mit Reis - einfach alles. Unglaublich, was das Sri Chinmoy Marathon Team da auffährt. Und das die ganze Nacht hindurch, wie das folgende Foto zeigt:
Um Mitternacht schickte Klaus Schulz dann die 12-Stunden auf die Strecke, so dass es jetzt etwas belebter wurde.
Unterhaltung an der Strecke gab es auch, im Bereich der ZählerInnen aus der "Dose", meistens meditative Musik aber auch Folkloristisches in sehr angenehmer Lautstärke. Und über viele Stunden gab es auch Live-Musik eines Duos, teils unterstützt durch einen Sänger, die mit Steeldrum und Akkordeon musizierten. Ich glaube, dass sie überwiegend Lieder von Sri Chinmoy spielten, der ja sehr viel komponiert hat.
Mir wurde jedenfalls nie langweilig und ich war jedesmal übierrascht, was ich alles an Neuem auf jeder Runde sah - und wunderbare Unterhaltung hatte ich ja dank meiner Mitläuferin Luzie.



Interessant war auch, dass wir zwischendrin immer mal dachten, völlig alleine auf der Runde zu sein und dann uns auf einmal wieder in einem Pulk fanden:

Als dann der Sonntag da war und die Nacht vorbei, zeigte sich das Wetter sehr angenehm: bedeckter Himmel, kein Regen und die heftige Hitze war gewichen. Und so liefen wir vor uns hin, mir ging es immer noch blendend und ich war in fast jeder Runde am Essen und/oder Trinken (vermutlich habe ich während dieses Laufes ordentlich zugenommen...).

In jeder Runde kamen wir auch an dem Zählboard vorbei und da sahen wir, dass die dritte Läuferin, Maria, mittlerweile etwas nachgelassen hatte und mit uns fast gleichauf war.
Luzie hatte die geniale Idee, dass wir drei doch mit der exakt gleichen Km-Zahl finishen könnten. Und so fragten wir Maria, auf die wir dann aufgelaufen waren, ob sie damit einverstanden sei - und sie war es!
So liefen wir fortan gemeinsam und vereinbarten, dass Maria und ich um ca. 11.45 Uhr - also eine Viertelstunde vor Rennschluss - mitsamt der Schlußfahne im Bereich der ZählerInnen auf Luzie warten würden. Sie hatte nämlich eine Runde Rückstand, nachdem sie sich am frühen Morgen die Füße wegen Blasen hatte verarzten lassen.
Gesagt, getan - Luzie lief ihre letzte Runde und wir nahmen sie dann wieder in Empfang, um uns auf die letzten Triumph-Meter zu begeben.

Diese letzten Meter legten wir gemütlich gehend und reichlich euphorisiert zurück und als dann die Schlußsirene ertönte, setzten wir uns mitsamt unseren Fahnen auf den Boden, nachdem wir uns erst einmal in die Arme gefallen waren.





Dann gingen wir uns duschen und versammelten uns mit allen MitläuferInnen und HelferInnen zu einem leckeren "Post-Race-"Essen, das wieder sehr gut war. Und dann wurden wir alle drei als Siegerinnen des Self Transcendence 24h-Laufes von Berlin 2010 geehrt. Wir hatten jeweils 151,002 km geschafft. Ich bekam zusätzlich noch einen Blumenstrauss für die Vollendung meines 100. (Ultra)marathons. Und zum Schluß stellten wir uns alle noch zu einem Schlußfoto auf. Danach waren wir dann doch alle so müde, dass wir uns auf den Heimweg machten - für mich hieß das nur: einmal über die Strasse ins Hotel.




Für mich war das ein ganz besonders schönes Erlebnis, schon mein erster 24h-Lauf letztes Jahr in Reichenbach hat mir viel Freude gemacht. Und ich hoffe sehr, im kommenden Jahr wieder einen solchen 24h-Lauf machen zu können - gern wieder den SCMT - Lauf in Berlin, der in diesem Jahr leider nicht sehr viele TeilnehmerInnen hatte (17 bei den 24h, 19 bei den 12h).

Sonntag, 4. Juli 2010

Nachtmarathon Marburg, 2. Juli 2010

Heiß, heißer am heißesten....
war es diesmal beim Nachtmarathon in Marburg. Klar, bei einem Juli-Marathon ist es eigentlich in der Regel immer so, aber Temparaturen von über 30 Grad sind doch etwas Besonderes.
Aber ich wusste ja, worauf ich mich einlasse!
Schon in den letzten Jahren bin ich in Marburg gelaufen und war eigentlich ganz beruhigt, weil die Versorgung gut ist.
Zu laufen sind zunächst eine 11 km-Runde Richtung Norden gefolgt von drei Runden a gut 10 km Richtung Süden. Die Lahn ist ständige Begleiterin, oft sehen wir sie, oder aber sie verschwindet kurz mal hinter Bäumen.
Der Start auf dem historischen Marktplatz in Marburg ist stimmungsvoll, allerdings müssen wir das erstmal raufkraxeln. Aber das ist der einzige Anstieg, ansonsten bleibt alles recht flach.
Von Anfang an habe ich jeden Schwamm und viele Wasserbecher benutzt, um mich ordentlich nass und kühl zu halten, das war gerade auf den ersten beiden Runden, wo die Sonne noch schien, sehr ratsam. Als es dann dunkelte, wurde es nicht richtig kühl, so um die 25 Grad blieben es wohl noch.
Langweilig wurde es nie, alleine das Schwinden das Tageslichts lässt jede Runde anders erscheinen. An den Verpflegungsstellen war viel los, inklusive persönlicher Becher-Anreichung und einmal gab es auch Duschen von oben - sehr gut!
Ein kleines Stück in jeder Runde wird "durch die Pampa" gelaufen, hier haben sich die Veranstalter dieses Jahr etwas sehr Nettes ausgedacht: eine Lichterschlange, per Generator betrieben, als Wegweiser. Das war wirklich schön.
Ein Großteil der Strecke verläuft über Wirtschaftswege durch die Lahnauen, ansonsten laufen wir ein Stück durch Marburg und durch das nahegelegene Gisselberg.
Ich finde immer besonders die letzte Runde toll, dann ist das für mich als langsame Läuferin nämlich wirklich ein echter Nachtmarathon: stockdunkel, nur der Mond (diesmal der halbe) am Himmel, Sterne, Glühwürmchen, Frösche, die quaken und allerlei Geraschel im Gebüsch. Die Verpflegungsstände sind hell ausgeleuchtet, teils auch mit Fackeln oder Kerzen geschmückt und dann gehts wieder ins tiefe Dunkel. Eine Stirnlampe ist nicht nötig, beim dritten Mal Durchlaufen ist die Runde ja bekannt.
Der Zieleinlauf ins Stadion ist auch schön, die auch noch zu später Stunde warmen Duschen sind toll und es sitzen noch recht viele Leute da, die die Sommernacht genießen.
Fazit: ein Marathon (oder auch Halbmarathon) für LäuferInnen, die Hitze mögen und ein bisschen "Biel-Feeling" nacherleben möchten.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Biel 2010 - Die Nacht der Nächte


Zum fünften Mal bin ich dabei, bei der legendären "Nacht der Nächte". Vorbereitet bin ich gut, im letzten halben Jahr 9mal die Marathonstrecke bzw. länger gelaufen und auch ansonsten lief alles gut. Natürlich hat mir der lange Winter auch zugesetzt, das Laufen war ja nicht immer leicht durch den Schnee.
Allerdings war ich in letzter Zeit ganz schön gefordert im Job und bin insgesamt etwas müde. Angereist bin ich wie immer mit der Bahn und habe wie in den letzten Jahren geplant, etwa um 18 Uhr in Biel einzutreffen. Dann ist immer noch genug Zeit, um mit dem Bus zum Eisstadion zu fahren.

Die Bahn kommt... und bleibt stehen
Der Zug kam schon mit Verspätung in Frankfurt an, die Gewitter der letzten Tage haben einige Nebenstrecken unpassierbar gemacht, so dass die für dort geplanten Züge auf die Hauptstrecke ausweichen mussten - die dann überlastet war.
Naja, macht nichts, dachte ich, ich habe ja genug Zeitpuffer. Tja, aber leider hieß es dann kurz vor Baden-Baden, dass ein LKW in eine Brücke gefahren sei, deren Statik überprüft werden müsse. Die Weiterfahrt würde sich auf unbestimmte Zeit verzögern. Da begann dann sofort das Rechnen: wenn ich nicht vor 19 Uhr in Basel sein würde, wäre die Weiterfahrt nach Biel zwar noch möglich, aber die Startnummern werden ja nur bis 21 Uhr ausgegeben... Und würde ich überhaupt noch zum Eisstadion gelangen, die Strassen werden ja in der Bieler Innenstadt irgendwann dicht gemacht... Ich war schon etwas unglücklich und dachte, dass das fünfte Biel-Finish in Folge so wohl nix würde. Nach endlosen 50 Minuten Stehen setzte sich der Zug dann wieder in Bewegung, in Basel angekommen traf ich noch ein paar Mitläufer. Wir konnten sofort in einen Zug steigen und kamen dann gegen 20 Uhr in Biel an. Vom Bahnhofsvorplatz gab es dann direkt einen Shuttlebus zum Eisstadion - wo ich dann glücklich, aber etwas erschöpft gegen 20.30 eintraf.

Der Start in die Nacht
Die Startvorbereitungen waren schnell erledigt, mittlerweile kenne ich ja das Procedere in Biel. Schade war nur, dass ich kaum Bekannte treffen konnte, dafür war die Zeit dann doch etwas kurz. Vor dem Start verdunkelten dicke Wolken den Himmel, ich dachte schon, dass das eine sehr feuchte Nacht werden würde. Aber - soviel sei vorausgeschickt - es regnete nur ganz wenig. Der Start war wieder sehr stimmungsvoll und ich war total glücklich, dass es mit dem rechtzeitigen Ankommen noch geklappt hat.

Die ersten Kilometer durch die Bieler Innenstadt waren ein einziges Festival, überall Menschen, die uns anfeuerten - da mussten wir aufpassen, ja nicht zu schnell zu werden.




Bei Km 18 passieren wir wieder die legendäre Holzbrücke von Aarberg, jedesmal ein besonderes Erlebnis. Ich habe zu diesem Zeitpunkt schon geschwitzt wie nie zuvor und habe von Anfang an bei jeder Verpflegungsstelle mindestens fünf Becher getrunken - das kannte ich so nicht. Und für jeden Brunnen, der an der Strecke zu finden war, war ich höchst dankbar und habe dort ausführlich meine Arme und mein Gesicht gekühlt.


Eine wahrhaft heiße Nacht
Ich hatte gehofft, dass es sich im Laufe der Nacht abkühlen würde - Fehlanzeige. In den letzten Jahren war ich spätestens gegen 2 Uhr dankbar, meine Armlinge anziehen zu können oder sogar auch Handschuhe. Letztere hatte ich dieses Jahr gar nicht dabei und meine Armlinge blieben ungenutzt. Mir wurde sogar meine Mütze zu warm, die habe ich mir dann an meinen Trinkgurt gebunden.



In Kernenried, kurz nach Km 50, merkte ich schon sehr deutlich, dass ich das Tempo deutlich reduzieren musste, um mich weiterhin wohl zu fühlen. Aber was soll`s, genau darauf kommt es mir ja an und ob ich nun 12, 13 oder mehr Stunden brauche, ist auch egal.


Ich dachte mir, dass es eben eine ziemlich tropische Nacht ist und habe mich sehr am Zirpen der Grillen erfreut und auf das Läuten der Kuhglocken gelauscht. So gegen viertel vor vier hörte ich dann die ersten Vögel zwitschern, was mich jedesmal mit einem tiefen Glücksgefühl erfüllt.


Der Tag dämmert herauf - und zum Glück bleibt es bewölkt
Als ich dann in Kirchberg bei km 56 ankam, war es bereits am Dämmern und auf dem Emmendamm dann bereits recht hell. Ich mag den Emmendamm eigentlich recht gern, es herrscht dort eine ganz besondere Stimmung und dass man sich dort sehr auf Wurzeln und Steine konzentrieren muss, finde ich eigentlich ganz erfreulich - dann bleibt man wach. Als ich dann die Brücke über die Emme quere und wieder unter freiem Himmel laufe, finde ich es sehr angenehm, dass es bewölkt bleibt - ich weiss nicht, ob ich bei knallender Sonne angesichts der nächtlichen Wärme gut durchgekommen wäre.
Bis Bibern bei km 76 laufe und gehe ich wie gehabt im Wechsel, es geht mir gut, wenn ich auch weiterhin trinke wie ein Loch. Und zwischendrin bin ich sehr dankbar für meinen Trinkgurt - ich bin wirklich erstaunt, wieviel Flüssigkeit ich brauche - wenn es bei jeder Verpflegung fast 1 Liter ist, so bin ich am Ende mit ca. 18 Litern ausgekommen. Huch, wo ist das nur alles hingegangen, austreten musste ich nämlich nur ein einziges Mal!
Als ich dann nach Büren komme, freue ich mich schon sehr auf den dortigen Brunnen, der mir auch diesmal wieder gute Dienste leistet - ausgiebiges Kühlen, wie gut das tut!


Ich weiß jetzt, dass ich die letzten ca. 15 km auf jeden Fall gut meistern werde, was mich doch sehr erfreut.


Der Zieleinlauf
Die letzten Kilometer entlang der Aare sind kein Problem für mich - langsam laufe ich auf den weiß geschotterten Wegen entlang, über die schwankenden kleinen Holzbrücken, entlang der großen Gärtnerei, die mich jedes Jahr aufs Neue erfreut. So nähere ich mich km 90, von wo aus ich schon den legendären Strassenübergang bei Pieterlen erblicke. Hier gehe ich den letzten nennenswerten Anstieg langsam hoch und dann geht es entlang der Bahnlinie weiter bis km 95, überwiegend durch den Wald. Von hier aus ist jeder km einzeln ausgezeichnet und ich freue mich doch sehr, dass es mal wieder so gut geklappt hat - es wird zwar meine langsamste Zeit werden, aber die Wärme hat mir halt doch deutlich gemacht, dass heute ein langsameres Tempo gut ist.


So trabe ich ins Ziel, mein fünftes Finish in Biel ist perfekt! Und der Lohn für die Mühen ist eine zweite Medaille, die eine "5" trägt - ob ich die je wieder ablege??

Dienstag, 1. Juni 2010

Mittelrhein-Marathon, 29. Mai 2010

Ein weiterer Trainingsmarathon vor Biel - der Mittelrheinmarathon. Eigentlich hatte ich mir ja nach dem letztjährigen Erfahrungen vorgenommen, hier nicht nochmal zu starten. Die weiten Wege haben mich genervt - Startnummernausgabe in Oberwerth, Parken am anderen Ende der Stadt, vom Bahnhof aus zum Start nach Oberwesel...Aber es hat mich doch irgendwie gepackt, weil der Lauf entlang des Rheins doch sehr besonders ist.Und es hat sich gelohnt, alleine wegen der Top-Versorgung entlang der Strecke. Danke dafür.
Allerdings war es doch recht tot an der Strecke, keine Strassenfeste, kaum Strassenmusik - und als es dann dunkel wurde, war es zwischen den Ortschaften ganz einsam und finster. Aber das war ja schon ein bisschen Biel-Feeling und das wollte ich ja! Und so kam dann (Ultra)marathonfinish Nr. 97 zustande, auch fein!

Freitag, 28. Mai 2010

Riga Marathon, 23. Mai 2010


Mit den HemsbacherInnen auf Tour - für mich zum ersten Mal und es war ganz toll! Ich wollte schon immer mal ins Baltikum und als Daniel mir dann vom Riga-Marathon erzählte, war ich sofort dabei. Die Buchung haben die lieben HemsbacherInnen Bernhard und Andrea übernommen und so stand einem tollen Pfingstwochenende nichts mehr im Wege.Die Anreise mit Ryanair lief problemlos und als wir in Riga ankamen, empfing uns ein wahrhaft sommerliches Klima - Sonne, blauer Himmel, warm - endlich!
Am Freitag und Samstag haben wir ausgiebig Riga erkundet und am Abend gab es dann eine Pastaparty in einem Luxushotel hoch über den Dächern Rigas mit Blick auf die Daugava-Brücke.
Am nächsten Morgen ging es dann erst einmal zum Fototermin vor dem Hotel, das war ja sehr wichtig, dass wir dokumentiert haben, wie schön wir vor dem Marathon aussehen. Natürlich alle mit dem Hemsbacher Laufhemd gewandet, das ja durch seine weiß-gelbe Farbe geradezu für sommerliche Marathons prädestiniert ist.Dann gings zuFuß zum Marathonstart, der nicht weit weg war.
Dort mussten wir einige Zeit warten, bis die ca. 7000 Mini-Marathonis über 5 km gestartet waren, das war teils sehr lustig, weil sich viele schön verkleidet hatten.
Ich hatte jedenfalls meinen Spass, im Gegensatz zu so manchen Mitläufern, die gucken ganz schön streng...Mir gings von Anfang richtig gut, und ich habe die Stadt und die Stimmung in vollen Zügen genossen. Die Strecke war ein Drei-Rundenkurs, jeweils ca. 14 km, was mir gerade recht war, denn auf jeder Runde gab es etwas zu entdecken. Bernhard hat mich auf diese Weise auch gleich zweimal fotografiert, erst einmal im Jugendstilviertel, das wirklich wunderschön ist.
Hier ist das Jugendstilviertel zumindest ein bisschen zu sehen, mit mir als Verzierung. Und dann hat er mich nochmal auf der Brücke über die Daugava eingefangen, die wir insgesamt sechsmal überqueren durften - jedesmal mit einem tollen Blick auf die Stadt und den Fluss, der so kurz vor der Ostsee ja richtig breit ist.



Und immer bin ich noch gut drauf, das blieb bis ins Ziel so. Dort wurde ich von Lidia und Wolfgang empfangen, die mich auch nochmal fotografiert haben! Im Hintergrund sieht man die schöne Eisenbahnbrücke über die Daugava und den ca. 300 m hohen Fernsehturm.
Der Zieleinlauf war toll und als Zielverpflegung gabs leckeren kalten Bortsch!
Und die Freude über den 96.sten gefinishten (Ultra)marathon war auch groß, zumal es auch eine dicke fette Medaille gab.
Das gab dann natürlich einen freudigen Zieleinlauf!
Fazit: Riga ist eine wunderschöne Stadt und der Marathon empfehlenswert - und mit nur ca. 700 LäuferInnen noch ausbaufähig!