Berichte - Marathons, Ultras und Laufalltag

Dienstag, 14. August 2012

Nachtmarathon Marburg, 29. Juni 2012

Zum sechsten Mal in Marburg beim Nachtmarathon, endlich mal wieder so richtig heiß, wie es im Sommer sein sollte! Aber dank der tollen Verpflegungsstände wurde es nie kritisch, immer gab es genau dann Abkühlung in Form von Schwämmen und Getränken, wenn es passte.
Ansonsten alles wie immer: stimmungsvoller Start auf dem historischen Marktplatz, schöne Strecke, Lahnauen, Blick auf das Schloss, von Runde zu Runde eine jeweils völlig veränderte Stimmung durch die einfallende Dunkelheit. Immer wieder gerne!
Start auf dem historischen Marktplatz in Marburg

Zieleinlauf im Unistadion in Marburg

Dienstag, 26. Juni 2012

6h-Lauf Fellbach-Schmiden, 23. Juni 2012

Hier wollte ich schon immer einmal laufen, zumal ich ja 6h-Läufe (und auch die längeren Varianten) toll finde. Immer die gleiche Runde laufen, genau zu wissen, wann und wo es Verpflegung gibt, in jeder Runde etwas Neues entdecken, das gefällt mir.
Und der Fellbacher Lauf ist ja schon alt eingesessen, schon zum 19. Mal wird er dieses Jahr  vom TSV Schmiden ausgerichtet. Die Anfahrt ist entspannt, das Parken gestaltet sich etwas schwierig, weil es angeblich keine Plätze mehr geben soll, was sich dann aber als falsch herausstellt.
Ansonsten ist alles sehr gut organisiert, die Startnummernausgabe im Stadion auf der Tribüne, Duschen und WC nahe an der Strecke und die Verpflegungsstelle ist auch schon vorbereitet. Dazu später mehr.
Der Start erfolgt um 10 Uhr, da sind die 12-StundenläuferInnen schon seit 2 Stunden auf der Strecke. Es ist sonnig, aber noch nicht warm, was sich dann ändern wird. Die Runde ist gut 2 km lang, führt aus dem Stadion hinaus, entlang einer Bundesstrasse, die aber schnell durch Büsche und Bäume von uns getrennt ist, entlang lecker duftender Erdbeerfelder, dann über eine kleine Brücke und wieder zurück zum Stadion. Schatten gibt es wenig, dafür aber - neben dem Verpflegungsstand beim Stadion - noch zwei Wannen, die regelmässig mit Wasser und Schwämmen bestückt werden. Vorbildlich! Für Abkühlung war also gesorgt.
Die Zeitmessung funktionierte per Armchip, dazu musste man nach jeder Runde über die Erfassungsanlage wischen, was aber einfach war.
Zack, wieder eine Runde im Kasten

Und so kreiselten wir von uns hin, immer mal wieder bin ich mit einem Läufer oder einer Läuferin - teils auch Bekannten - ein paar Runden oder auch nur Meter gelaufen, das war sehr nett. Mir ging es gut und die Hitze war eigentlich nicht schlimm.
Jede Runde führte durchs Stadion
Ich habe richtig Spass gehabt und habe die Aussicht genossen, die auf dieser Runde wirklich schön ist.
Fotografiert wurden wir des Öfteren, aber so fotogen bin ich nicht - macht nix
Die Verpflegungsstelle habe ich natürlich nie ausgelassen, mal habe ich mir nur etwas zum Trinken genommen, aber oft auch etwas Leckeres gegessen, kein Wunder bei DEM Angebot.
Sieht das nicht lecker aus - und so liebevoll angerichtet, das ist wirklich schön!
Die 6 Stunden gingen schnell vorbei und ich hätte eigentlich schon noch weiter laufen können - habe mich dann aber an einer Wurst gütlich getan und einem alkoholfreien Bier.
Und dann gab es die Siegerehrung, wobei in Fellbach jedeR geehrt wird und persönlich Urkunde und Medaille überreicht bekommt - also auch ich.
Ja, schön war's beim 6h-Lauf in Fellbach-Schmiden

Mittwoch, 13. Juni 2012

Biel 100 km, 8./9. Juni 2012

Zum siebten Mal in Biel - aber wie im siebten Himmel habe ich mich diesmal nicht gefühlt. Nicht, dass es mir schlecht erging, es war alles ok, Beine, auch der Rücken, der ja im Mai mal ein bisschen Probleme gemacht hatte.
Eher der Kopf - ich konnte nicht so recht loslassen, was ja bei einem so langen Lauf eigentlich unerlässlich ist. Aber von Anfang an.
Angereist bin ich wie immer mit dem Zug, am späten Vormittag losgefahren und diesmal auch vollkommen ohne Probleme in Biel angekommen. Meistens fahre ich ja über Frankfurt, steige dort in den ICE nach Basel und von dort aus direkt mit dem IC nach Biel.
Diesmal waren Start und Ziel ganz neu in die Innenstadt ans Kongresszentrum verlegt worden und man konnte dort zum ersten Mal auf eine brandneue Sporthalle zurückgreifen, die viel Platz für Umkleide, Kleiderablage, Massage und Dusche bot. Ein Zelt gab es auch noch, dieses war zwischen Kongresszentrum und Sporthalle aufgebaut und war für die Pasta-Party und allgemein fürs leibliche Wohl gedacht. Alles wirkte sehr gut strukturiert und vor allem - wetterfest, was ja nach der Regenschlacht im letzten Jahr unglaublich wichtig war, als dort die Zeltstadt regelrecht absoff.
Ich kam also wie immer am frühen Abend um kurz nach 6 in Biel am Bahnhof an, ein kurzer Gang von ca. 10 Minuten zum Wettkampfzentrum und dann habe ich innerhalb von Minuten meine Startnummer erhalten und bin dann zur nahegelegenen Sporthalle gegangen. Dort habe ich mich in aller Ruhe installiert - sprich umgezogen, Rucksack platziert, meine Vorräte aufgegessen - und bin dann in den Start/Zielbereich gegangen, um dort nach Bekannten Ausschau zu halten.
Dort habe ich gleich Conny und Jörg nebst Joe und Klaus getroffen, was Jörg auch gleich fotografisch dokumentiert hat: 
Zwischen Joe und Conny
Zurück in der Halle traf ich Gerda und Sigrid, mit denen ich mich über gemeinsame Lauferlebnisse gut unterhalten habe. Dann war es auch schon Zeit, zum Start zu gehen und dort traf ich mit Elke und Conny zwei Bekannte aus dem streakrunner- Forum, was Elke auch dokumentiert hat:
Mit Conny vor dem Start - in der einzigartigen Startatmosphäre in Biel
Und dann ging es los, wie immer um 22 Uhr, noch ist es nicht ganz dunkel und wir laufen die ersten Kilometer unter grossem Zuschauerzuspruch durch die Bieler Innenstadt. Dann ging es hinaus ins Dunkel, es wurde ruhiger und das ist es, was Biel so wunderbar macht: die Stille der Nacht, der Himmel über uns und das Eintauchen in die Nacht. Was mir, wie bereits erwähnt, nicht so gut gelingen wollte in diesem Jahr.
Nach knapp 20 Kilometern dann die Brücke bei Aarberg, jedesmal ein ganz tolles Erlebnis.
Stimmungsnest in Aarberg - die alte Holzbrücke
Weiter gings durch die Nacht bis zum ersten großen Checkpoint bei km 38 Oberramsern. Danach heisst es wieder Eintauchen durch die Nacht und dann kommt das 50 Kilometerschild. Hier hatte ich dann ein witziges Erlebnis: eigentlich wollte ich ja nur austreten, auf einer Wiese schien die Gelegenheit in der Dunkelheit günstig. Nur war da leider ein Wassergraben und so machte es QUAPSCH und der Schuh war weg. Ups, aber ich konnte ihn wieder angeln. Und dann nichts wie zurück auf den Weg, aber vorher gabs nochmal ein QUAPSCH und der andere Schuh war weg. Auch den hatte ich wieder und dazu noch als Beigabe klatschnasse Socken... Egal, weiter gings. Kurz vor dem nächsten Checkpoint bei Kirchberg, ca. Kilometer 56 dämmerte es, der erste Vogel war um 4:15 Uhr zu hören.
Kernenried, kurz vor dem zweiten Checkpoint bei Km 56
Kirchberg, der zweite große Checkpoint, ist immer ganz besonders - hier ist es nicht mehr ganz dunkel, wenn ich einlaufe, der Tag bricht an - und das Wissen darum, dass jetzt der berüchtigte Ho-Chi-Minh-Pfad kommt, knapp 10 Kilometer durch den Auenwald auf dem Emmendamm mit dicken Steinen und Wurzeln. Da heisst es aufpassen, aber Gehpausen sind ja auch erholsam. Ich mag diesen Streckenabschnitt, er ist so urwüchsig und sooo schwer ist er auch nicht zu bewältigen. Diesmal habe ich mir hier sehr viel Zeit gelassen, aber das ist ja in Biel gar kein Problem.
Dann gehts wieder über eine Brücke und dann laufen wir vorbei an satten Wiesen und nähern uns nach und nach dem dritten Checkpoint in Bibern bei Kilometer 76. Dann folgt der Aufstieg, den ich gemächlich walkend in Angriff nehme und danach gehts bergab mit wunderbarem Blick ins Tal. Hier konnte ich sonst immer flott laufen, diesmal war ein bisschen die Luft raus, so dass ich hier auch bergab regelmässig Gehpausen einlege.
Im Tal angelangt kommt dann auch bald ein weiterer von mir sehr geliebter Abschnitt bei Büren, wo ich mich nochmals ordentlich versorge - und mir schmeckts, wie man sieht:
Lecker Brot mit Cola, das gibt Kraft - und nur noch ca. 13 Kilometer
Die letzten Kilometer geht es den Nidau-Büren-Kanal entlang, teils idyllisch, teils aber auch ein wenig trist und dann sind wir schon in Biel. Ein letzter kleiner Anstieg und dann ist das siebte Finish in Biel perfekt - zwar so langsam wie noch nie, dafür aber vollkommen ohne Probleme, keine Blasen, gar nichts - was will ich mehr.
Zum siebten Mal im Ziel in Biel!
Mir wird eine Medaille umgehängt, ich bedanke mich ausführlich bei allen HelferInnen, unterhalte mich noch mit Karin aus Mannheim, die kurz vor mir einlief, trinke ganz viel - und gehe dann gemütlich duschen. Das ist wirklich ein Traum, tolle Duschen, heiss und großzügig, klasse. Dann hole ich mir noch meine Urkunde, schaue kurz im Ziel den einlaufenden LäuferInnen zu und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Hauptsächlich schlafend gehts heim und ich bin glücklich, dass ich mal wieder in Biel laufen konnte!

Dienstag, 5. Juni 2012

Mittelrhein Marathon Koblenz, 2. Juni 2012

Hier bin ich nun zum dritten Mal dabei und auch diesmal gefällt mir die Strecke sehr gut - und gleichzeitig nerven mich die weiten Wege. Wobei die Marathonmesse ja diesmal im Kurfürstlichen Schloss stattfand, was ja alleine schon einen Besuch wert ist!
Aber dann muss man zum Bahnhof gehen, das dauert eine knappe Viertelstunde, fährt dann nach Oberwesel und dann gehts zurück entlang des Rheins bis nach Koblenz. Und dann muss man ganz schön lange gehen, bis man an seine Klamotten kommt und dann zurück zum Parkhaus, was auch ganz schön teuer ist (die Shuttleparkplätze waren mir zu kompliziert, auf nochmal Busfahren hatte ich keine Lust).
Aber egal, die Strecke ist es wert und vor allem die unglaublich netten vielen vielen HelferInnen an der Strecke und auch das Publikum, toll!
Ja, mit so einem Publikum macht's tierisch Spass!

Und der veränderte Zeitplan mit dem Start der Halbmarathonis gut 2 Stunden in Boppard auf halber Strecke des Marathons bewirkte, dass es nicht mehr ganz so einsam war wie vor zwei Jahren.
Es war mal wieder klasse - und trotz der weiten Wege ein Marathon, der unbedingt empfehlenswert ist.

Knastmarathon Darmstadt-Eberstadt, 20. Mai 2012

Mal wieder im Knast, wie schon im letzten Jahr. Der Knastmarathon ist wirklich ein herausragendes Projekt der JVA Darmstadt und wird dieses Jahr bereits zum sechsten Mal ausgerichtet. Besonders toll ist aber das, was vor dem Knastmarathon passiert - das Training der Inhaftierten, die hier unter bester fachlicher Anleitung auf den Marathon vorbereitet werden.
Dieses Jahr war es recht warm, aber die Versorgung ist so gut auf dieser gut 1,7 km langen Runde, die wir insgesamt 24mal laufen dürfen - da konnte auch diesmal nichts schiefgehen.
Mit Sonja Seite an Seite, kurz darauf zieht sie von dannen....

...und ich kreisele weiter so vor mich hin

Die Runde ist durchaus abwechslungsreich, zwischendrin gesäumt von Kiefern und gespickt mit netten Kurven und einer Kehrtwende. Aber vollkommen flach, das ist für mich als Anti-Bergziege auch nicht schlecht.
Ich bin von Anfang an recht langsam unterwegs, aber das macht nichts. Ankommen in guter Verfassung und guter Stimmung heißt die Devise und das ist mir auch gelungen - es war wieder einmal richtig klasse!
Vorbei an der Sambagruppe Boiada aus Mainz, die tierisch einheizte (als wäre es nicht ohnehin schon warm gewesen)

Inmitten eines Pulks von Frauen - wir waren aber deutlich in der Minderzahl, kein Wunder bei einem Männerknast

Vorbei an Gefängnismauern und Stacheldraht

Und die Sonne brennt ganz ordentlich

Aber schlapp machen wir nicht

Tja, zwar unterm Zielbanner hindurch, aber es sind noch so ca. 10 Runden...

Montag, 14. Mai 2012

Mannheim Marathon, 12. Mai 2012

Der Mannheim-Marathon wird für mich auch einer dieser Dauerbrenner, jetzt bin ich hier schon zum fünften Mal gelaufen - und zum dritten Mal mit meiner Schwester in unseren wunderbaren "Schwesternmarathon"-Shirts.
Im Vorfeld war ich diesmal ein wenig am Zweifeln, ob ich überhaupt laufen kann, weil ich vor gut einer Woche auf einmal Rückenschmerzen bekommen hatte, die mich zwar nicht am Laufen hinderten, aber ein Marathon ist eben doch eine etwas längere Belastung. Aber es hat sich letztlich gezeigt, dass sich die Verspannungen - und das war es wohl - durch das lange Laufen gelöst hatten und jetzt merk ich nix mehr. Wobei ich auch festgestellt habe, dass ich bei meiner regelmässigen Gymnastik (ja, ich bin brav!) wohl gerade den unteren Rückenbereich vernachlässigt habe. Naja, dann weiss ich ja, was zu tun ist....

Der Marathon in Mannheim ist gut organisiert, das Wettkampfzentrum im Rosengarten, einem Kongresszentrum, das auch mit Parkhaus ausgestattet ist und ausreichend Platz bietet. Das kann man allerdings nicht vom Startareal sagen, dorthin zu kommen über eine provisorische Brücke, war grausam: eng, ein Geschiebe, wir standen da eine geschlagene Dreiviertelstunde im Stau und wurden zudem noch von NichtläuferInnen, die sich da (warum auch immer) ihren Weg durch die Läufermassen bahnen mussten, angepöbelt. Wenn da eine Panik entstehen würde, ich  will es mir nicht ausmalen....

Nachdem wir dann gestartet waren, war alles wunderbar: eine schöne Strecke, erst die Augustaanlage entlang, raus ins Grüne nach Seckenheim mit schönem Blick auf den Odenwald und dann wieder zurück durch schöne Wiesen und dann Wohngebiete, vorbei am Fernsehturm und wieder ins Zentrum.
Hier hat uns Wolfgang vom LT Hemsbach fotografisch auf den ersten Kilometern gut getroffen..mir sin gut druff...
Dann gehts iwwer die Brick nach Ludwigshafen, total abgefahren - eine Riesenbrücke mit Blick auf Industrieanlagen, Hafen und was eben noch so dazu gehört, und für uns abgesperrt! Die Strecke ist jetzt merklich leerer geworden, die Halbmarathonis sind ins Ziel abgebogen, aber wir sind auf dem Weg in ein neues Land, also natürlich nur Bundesland...
Uff de Brick, nach Ludwigshafen
Und dann gehts rein nach Ludwigshafen, supertolle nette Stimmung an der Strecke, Wohnstrassen wechseln sich ab mit ruhigen, leeren Strassen ohne Bebauung und wir schweben durch die mittlerweile hineingebrochene Nacht. Zwischendrin ein Schwätzchen mit Horst Preisler, der heute seinen 1.7xx??? Marathon läuft. Wahnsinn!
Und dann sind wir wieder auf der Brücke, jetzt ist es tiefdunkle Nacht, die Gebäude sind teils in farbiges Licht getaucht, am Strassenrand stehen immer wieder Kerzen, es ist ein irres Gefühl hier zu laufen. Jetzt weht der Wind ein wenig unangenehm, aber wir haben schon fast 38 Kilometer geschafft. Dann gehts wieder runter von der Brücke, Wolfgang und Lidia rauschen vorbei und wir traben sehr gleichmässig hinterher. Ja, und dann kommt einer der schönsten Zieleinläufe - rund um den Wasserturm, Lichtspiele und tolle Stimmung - und wir werden als die "beiden einzigen Schwestern auf der Marathonstrecke" angekündigt - das ist toll! Unser 11. Schwesternmarathon ist im Kasten!
Wolfgang erwischt uns direkt nach dem Zieleinlauf....
...und dann gibts noch ein gemeinsames Foto von Lidia, Wolfgang, Sabine und mir!



Donnerstag, 10. Mai 2012

Marathonliste hübsch gemacht

Sodele, jetzt habe ich meine Marathonliste hübsch gemacht und jeweils die Jahre eingefügt. Ich finde es so jedenfalls übersichtlicher und ich habe auch vermerkt, wieviele (Ultra)Marathons ich in dem jeweiligen Jahr gelaufen bin.