Berichte - Marathons, Ultras und Laufalltag

Dienstag, 2. September 2014

Gondo Event, Doppelmarathon 2./3. August 2014




Ziemlich verrückt: ich als lahme, dicke Ente, die so gar keine Berglaufqualitäten hat macht sich auf ins Schweizer Wallis direkt an der Grenze nach Italien - um dort nicht nur einen Marathon mit ca. 2000 Höhenmetern zu laufen, nein, gleich zwei! Und das, obwohl ich noch nie einen Doppeldecker gelaufen bin. Ja, bin ich denn bescheuert? Ja, total.
Das Gondo Event ist entstanden, nachdem im Oktober 2000 ein schrecklicher Bergsturz das Dorf Gondo fast zerstört hat und auch Menschen ums Leben kamen. Mit dem Doppelmarathon wird an dieses Ereignis erinnert unter dem Motto: Gondo soll leben! 
Die Anreise war sehr entspannt, umsteigen in Basel, direkte Weiterfahrt nach Brig und dort hat mich die Bergkulisse, die man dort vom Bahnhof aus sieht, gleich umgehauen. Unglaublich! Und da lag noch Schnee!
Von Brig aus ging es mit dem Postbus nach Gondo, über den Simplonpass (2000 Meter hoch), den wir in den nächsten beiden Tagen gleich zweimal zu Fuß erklimmen würden.
In Gondo angekommen, habe ich dort das Massenlager bezogen, schöne bequeme Stockbetten, und dann das unglaublich leckere Essen im Stockalperturm genossen.
Am nächsten Tag dann der Start, wir waren zu viert - ich konnte mit Joachim und Sara laufen, die beide schon sehr Gondo-erfahren sind sowie Sigrid, die mit ihren annähernd 1900 Marathons auch nicht ganz unerfahren ist.
Und dann ging es zur Sache - aber wie! Eine Landschaft! Die Gondo-Schlucht ist schon mal gleich atemberaubend. Und so ging es immer weiter - bis zum bereits erwähnten Simplonpass. Da war aber noch nicht Ende, nein, dann ging es noch höher auf den Bistinenpass mit 2.400 Metern, und das im Nebel und Nieselregen. Danach wurde das Wetter gut, sonnig und warm und der Rest war gut zu schaffen. Im Ziel war ich dann sehr froh und tief erfüllt von diesen tollen Eindrücken.
Im Ziel nach 42 km mit 2000 Höhenmetern! Aber am nächsten Tag das Gleiche nochmal..nur ein bisschen härter

Das Ziel war in Ried-Brig, dort war unser Gepäck hintransportiert worden und wir haben unser Massenlage im Zivilschutzbunker bezogen. Der nächste Tag sollte, so wurde kolportiert, härter werden... nicht nur wegen der Strecke, sondern auch das Wetter war nicht so ohne. Teils starker Regen und recht durchweichte Wege, Bäche, die von oben herunterflossen und die wir zu durchwaten hatten - Abenteuer pur. Und ein paar Stürze, zum Glück aber alle harmlos. Am Start sahen wir noch locker aus, trotz der Laufes am Vortag.
Das Ziel wurde dann auch erreicht, und im Ziel gab es statt einer Medaille einen schönen Walliser Käse! Und natürlich gutes Essen, das muss ja sein.

Ein ganz toll organisierter Lauf, sehr gut durchdacht und mit viel Liebe zum Detail gemacht. Hier wissen alle HelferInnen genau, was wir LäuferInnen brauchen und es wird keine Mühe gescheut. Alleine der Aufwand, eine Getränkestelle auf 2.400 Meter in unwegsamen Gelände einzurichten und dort stundenlang auszuharren oder auch im strömenden Regen auf dem Furggu am zweiten Tag - Chapeau! Und vielen, vielen Dank!

  Am nächsten Morgen bin ich dann mit dem Postauto zurück gefahren, diesmal aber nach Iselle nach Italien und von dort mit dem Zug zurück bis Bern, wo ich dann umgestiegen bin.
Ein unglaubliches Erlebnis, das noch lange nachwirkt - aber für mich entschieden eine (oder zwei) Nummern zu groß. Aber für alle, die einen Marathon in 4 Stunden schaffen (was bei mir nicht der Fall ist) und sich ordentlich auf die Berge vorbereiten (das habe ich getan, sonst wäre ich gar nicht ins Ziel gekommen) eine ganz heisse Empfehlung! Gondo forever!


Dienstag, 22. Juli 2014

Night52 Bretten, 19. Juli 2014

Ein 52-Kilometer Nachtlauf durch das schöne Kraichgau, wunderbar! Vor dem Start noch ein Foto mit den Hemsbachern, Heike, Dieter, Christoph, Dietmar, ich, Bernhard und Wolfgang, wir alle sind ein bisschen verrückt, bei solchen Temperaturen zu laufen.

Die HemsbacherInnen vor dem Start!


Allerdings war es ein bisschen zu warm, mit ca. 35 Grad am Start um 17.45 Uhr und dann die ersten 2 bis 3 Stunden über die Hügellandschaft des Kraichgaus. Das war ein wenig zu warm und so bin ich superlangsam mit zwei Wasserflaschen plus Flaschengurt losgetrabt. Bloss nix riskieren, bei solchen Temperaturen kann ein Hitzschlag ja schon schnell kommen! Ich laufe mit Norbert und Birgit, die auch eifrig fotografieren und mich rotgesichtig - aber lachend! - bei einem der vielen Anstiege "erwischen".

Weiter gehts, so langsam kommt der Abend und ich treffe mit Moni zusammen, die aus der Gegend ist und bereits zum 4. Mal die night52 unter die Füsse nimmt. Fortan laufen wir zusammen, das ist sehr angenehm, wir erzählen viel und helfen uns gegenseitig durch die heiße Nacht.Die Verpflegungsstellen sind gut ausgestattet, ein bisschen wenig zwar angesichts der Hitze, aber ich habe ja mein "Gießwasser" dabei, das ich mir ständig über Kopf und Nacken träufele.
Beim Nachfüllen meiner Flasche.. das Wasser wurde schon knapp!
So langsam wird es dunkel, aber nicht wirklich kühler, wir machen langsam und lassen uns durch nichts aus der Ruhe bringen. Und natürlich genießen wir die Stille der Nacht, Grillen zirpen und allerlei Getier kraucht durch die Feldränder. Einmal leuchten sechs Punkte auf, die sich dann als Katzenaugen von drei kleinen, sehr erschrockenen Katzen herausstellen. Und an jeder Verpflegung wird regelrecht gesoffen, was das Zeug hält. Ich habe jeweils mindestens vier Becher getrunken, das ist ja fast ein Liter - und das an allen Verpflegungsstellen, macht also rund 6 Liter plus das, was ich unterwegs getrunken habe. Nicht schlecht, das dürfte fast ein Putzeimer sein, den ich da in mich hineingeschüttet habe!
Nächtliches Saufgelage bei der "Night52"
 Laut singend laufen wir schließlich ins Stadion ein und ich kann mich noch über eine Maultaschensuppe freuen, die mir angeboten wird! Ein toller Lauf, liebevoll organisiert durch eine wunderbare Landschaft - aber so 10 Grad weniger wären auch gut beim nächsten Mal.

Sonntag, 6. Juli 2014

Marburger Nachtmarathon, 4. Juli 2014


Zum 8. Mal bin ich in Marburg gelaufen, jedes Mal mit nostalgischen Gefühlen, weil ich ja vor fast 30 Jahren (oh no, wie die Zeit rennt!) hier mal gelebt habe.
Und was soll ich sagen: es war mal wieder ein wunderbarer Sommermarathon, voller schöner sommerlicher Düfte und Ansichten. Zu Beginn die Hitze, nach Norden Richtung Wehrda, dann dreimal die Südrunde über Gisselberg mit den wunderbaren Lahnauen und dem von Runde zu Runde schöneren Blick auf Marburg und das dann erleuchtete Schloss.
Mir ging es wunderbar, die Verpflegung war wie immer top und die HelferInnen freundlich und hilfsbereit. Und diesmal gab es auch im Ziel Medaillen - und ein schönes violettes Shirt, das ich mir diesmal für schlappe 12 Euro gekauft habe.
Marburg - ich hoffe, ich kann noch häufig hier laufen!

Dienstag, 17. Juni 2014

100 Km von Biel, 13./14. Juni 2014

Zum neunten Mal in Biel dabei und das bei einer wunderbaren Vollmondnacht und bei angenehmen Temperaturen ohne Regen. Es war allerdings recht schwül und ich habe gesoffen wie ein Ochs.


Anfangs geht es noch durch Biel und die Stimmung ist wie bei einem Stadtlauf.
Dann geht es raus aus Biel in die Nacht und es war diesmal wirklich magisch, wie der Mond die Landschaft in silbrig-schimmerndes Licht tauchte.
Es lief langsamer als sonst, ich musste, wie gesagt, viel Trinken und bin daher eher gemächlich dahingetrabt und habe mir alles genau angeschaut - es gab ja soviel zu sehen angesichts des schönen Mondlichts!
Dann kam der Tag, wunderbares Morgenrot und die Kraft des Morgens gab mir viel Zuversicht  - in Kombination mit den wunderbaren HelferInnen an den Verpflegungstellen, die für uns die ganze Nacht bereit standen und so nett waren. DAnke!
 Schließlich die wunderbare Holzbrücke, die uns anzeigt - jetzt kommen die letzten flachen Kilometer am Wasser!
Auf der Zielgeraden traf ich dann Elke aus dem Streakrunnerforum, die mit Monika als Erstläuferin lief und wir legten einen strahlenden Zieleinlauf zu dritt hin. Welche Freude!
Biel - ich komme wieder, wenn möglich!

Und hier noch ein "Nach-Zieleinlauf-Foto", das Elke ins streakrunner-Forum gepostet hat



Mannheim Marathon, 31. Mai 2014

Das war ja nun schon meine 6. Teilnahme in Mannheim und gleichzeitig die seltsamste. Es war alles sehr verworren, das Parken klappte nicht mehr so wie in den Vorjahren, sämtliche Streckenposten wirkten überfordert, die Strecke ist unübersichtlich mit Teilabschnitten, die doppelt gelaufen werden müssen (und damit laufen die Schnellen auf die Langsamen auf)...
Aber wir sind zuversichtlich hingefahren, haben ein Foto auf der Marahtonmesse von uns machen lassen und waren fröhlich wie immer.
Auf der Strecke war anfangs alles ok, der Weg nach Seckenheim ist schön und auch zurück in die Innenstadt war es nett. Der Lauf durch die SAP Arena war eindrucksvoll.

Sabine beschloss dann, auszusteigen bei Halbmarathon, weil sie sich nach einem kürzlich überstandenen Infekt nicht ganz so gut fühlte. Dann ging das Chaos los: es war nicht so ganz klar, wie nun gelaufen werden musste. Ich blieb an den neuralgischen Punkten kurz stehen, um mich zu orientieren und kam so gut durch - aber wer richtig schnell ist, hat keine Zeit zu schauen. Nun ja, so lief ich dann iwwer die Brick nach Ludwigshafen, durch ein sehr totes Ludwigshafen durch (nur wenige Kilometer diesmal) und dann wieder zurück nach Mannheim.
Schön war der Abschnitt durch den Schloßhof, wo die Uni Mannheim angesiedelt ist - da kamen Erinnerungen an längst vergangene Zeiten hoch, wo ich meine Freudin manchmal nach Mannheim begleitet hatte.


Und dann der Zieleinlauf, es war recht ruhig, im Ziel gab es dann auch keine Medaillen mehr - das hat dem ganzen Chaos dann noch die Krone aufgesetzt. Aber sie kam wenige Tage später per Post und die HelferInnen an der Strecke und bei der Kleideraufbewahrung haben einen tollen Job gemacht. Danke dafür!


Mittwoch, 21. Mai 2014

Knastmarathon Darmstadt, 18. Mai 2014

Zum vierten Mal bin ich in den Knast gegangen, um dort 24 Runden a rund 1,7 Kilometer zu laufen. Es war diesmal recht warm, ganz anders als letztes Jahr, da sind wir eher geschwommen als gelaufen. Schön war es, wieder viele Bekannte zu treffen, besonders toll war es, dass mit René und Erika zwei LäuferInnen aus dem hohen Norden gekommen sind. Beide sind auch im 100 Marathonclub und es stellte sich heraus, dass Erika und ich beide heute unseren 175. Marathon laufen würden.
Bevor wir das aber feiern konnten, mussten wir erst einmal laufen. Und das war für mich diesmal nicht ganz so locker, da ich durch eine Dienstreise nach Schweden und ein leichte Zahnschmerzen ein bisschen müde und gehandicapt war.
Aber kein Problem, was mach da die ohnehin schon eher gemütliche Marathonläuferin? Genau, einfach noch gemütlicher laufen. Und so habe ich diesmal etwas länger gebraucht und im Ziel haben wir dann ein schönes Foto von uns machen lassen können - unser gemeinsames "Mini-Doppeljubiläumsfoto"!
Erika und ich im Ziel - beide haben wir jetzt 175 Marathons! Foto: "JVA-Knipser"

Freitag, 2. Mai 2014

12 Stunden - Salinenlauf Bad Dürkheim, 30.April/1. Mai 2014

Walpurgisnacht mal ganz anders - nicht tanzen und nicht auf dem Besen zum Brocken hochreiten - nein, diesmal bin ich um die Saline in Bad Dürkheim gekreiselt. Eine Runde von 693 Metern wollte ich so oft wie möglich umlaufen - und zwar öfter als vor 2 Jahren, als der Lauf nach gut vier Stunden wegen Gewitters abgebrochen werden musste. Vor dem Start sah das Wetter ganz toll aus und die Strecke lag in der Sonne.
 Ich hatte so einige Schwierigkeiten, pünktlich zu sein, die Autobahnen waren hübsch verstopft und so habe für 160 km über 3 Stunden gebraucht. Das nächste Mal komme ich mit dem Fahrrad...
Egal, ich war da und so langsam dämmerte es und es gab natürlich wieder ein grosses Hallo, weil man/frau sich ja kennt, wir sind ja alle immer die gleichen Verrückten.
Hier mit Joe, Birgit und Norbert
Und dann ging's los, pünktlich um 21 Uhr schickte uns Gabi auf die Strecke. Langsam und locker liefen wir in die Nacht hinein. Die Runde war gut zu laufen, zur Hälfte auf fest gepflasterten Wegen, die andere Hälfte auf Sand, sehr nett und topfeben.
Ganz hinten in rot bin ich unterwegs
Und das Wetter hielt sich auch brav - bis kurz vor Mitternacht. Dann zeigte sich Walpurgis und hexte ein paar Blitze in den Himmel und es fing an zu regnen. Aber es war kaum Wind zu spüren, es war nicht kalt - und so lief ich einfach weiter. Und in jeder Runde die tolle Verpflegungsstelle mit allem, was das Herz begehrt: Äpfel, Bananen, Trockenobst, Butterkekse, Salzstangen, Nüsse, Gurken, Tomaten, Pellkartoffeln, Schokolade, Gummibärchen, Kuchen und natürlich auch eine erlesene Getränkeauswahl. Von Wasser über Apfelsaft, Iso, Cola, Brühe, Kaffee, Tee, alles da. Wunderbar.

Wunderbare tolle Verpflegung beim Salinenlauf


Und immer freundliche, liebe HelferInnen, die manche Sorgenfalte im Gesicht hatten wegen des Wetters. Es war aber nicht wirklich schlimm, wenngleich wir eigentlich alle auch ein Seepferdchen verdient hätten, denn auf der nicht gepflasterten Wegstrecke bildeten sich Pfützen, die zu kleinen Seen wurden und durchlaufen werden mussten. Da gab es dann in jeder Runde ein kleines Kneippbad für Füsse und Knöchel...
Salinenlauf 2014: feucht aber fröhlich
Und dann war so gegen 3 Uhr, der Regen hatte gerade aufgehört, der erste Vogel zu hören. Um 5 Uhr begann so langsam der Himmel etwas heller zu werden, der Tag brach an. Und wir liefen und liefen - es war alles immer noch im Lot und mir ging es sehr gut. Immer wieder gab es auch nette Gespräche mit MitläuferInnen, mal kurz, mal über einige Runden. Dann fing es nochmal zu regnen an, aber das war egal, ich war so gut durch die Nacht gekommen, was sollte mir da ein bisschen Regen anhaben?
Nochmal Regen am Morgen, aber trotzdem wars toll

Die letzten Stunden brachen an, die Müdigkeit, die ich so zwischen 3 und 5 Uhr gespürt hatte, verflog und ich freute mich schon sehr auf das Frühstück.Noch immer gefiel mir die Runde, die ich inzwischen schon mehr als 100mal gelaufen war - immer war auch das Mühlrad dabei, das doch wirklich toll aussieht.
So wie das Mühlrad sind wir auch gelaufen - mehr oder weniger langsam und stetig

Nach 12 Stunden dann die Schluss-Sirene, dann gab es eine Medaille von Gabi, Peter kam mit dem Messrad um die Restmeter zu vermessen und danach ging es ins Salinarium zu einer wunderbar warmen Dusche, einer leckeren Latte Macchiato und ein bisschen was zum Essen - und zur Siegerehrung, die flott über die Bühne ging. Ein paar Gespräche noch und dann bin ich glücklich und zufrieden nachhause gefahren. Gerne bin ich hier wieder dabei, wenn der 3. Salinenlauf 2016 wieder ausgerichtet wird!